Schon 2010 wurde das Pflegenetzwerk unter Federführung des Sozialamtes des Landkreises Leipzig gegründet. Grund dafür ist der „Demografische Wandel“ und damit auch das Thema „Pflege, Betreuung und Behinderung“. Kaum ein anderes Thema wird unsere Region in den nächsten 20 Jahren so nachhaltig beeinflussen.

Das Pflegenetzwerk im Landkreis Leipzig setzt sich deshalb u.a. für eine vernetzte Pflegeberatung ein, um kostenfrei Kranke und/oder Behinderte schnellstmöglich, bedarfsorientiert und individuell beraten und unterstützen zu können. Im Rahmen der o. g. Netzwerkarbeit entstehen somit transparente, zeitlich und inhaltlich aufeinander abgestimmte Dienstleistungsketten unter Beteiligung möglichst vieler Partner (u. a. Sozialamt des Landratsamtes, Pflegekassen, alle Leistungserbringer in der Pflege, Kommunen, Krankenhäuser und Ärzte ...).

Die Beratungs- und Versorgungsangebote in den Kommunen, der freigemeinnützigen und privaten Anbieter und der Pflegekassen wurden zum Wohl der Beratungs-, Hilfe- und Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen so vernetzt, um möglichst sofort und passgenau Hilfe anbieten zu können. Gerade in Notfallsituationen ist es wichtig, dass schnellstmöglich vorhandene Hilfen z. B. im Rahmen eines Hausbesuches angeboten werden können ohne zeitaufwendige Recherchen.

Ohne das große Engagement vieler Beteiligter könnten wir kein so positives Resümee ziehen. Mein herzlicher Dank geht daher an die Akteure vor Ort, welche sehr intensiv, engagiert und erfolgreich das Pflegenetzwerk im Landkreis Leipzig begleitet und unterstützt haben.

Karina Keßler
Sozialamtsleiterin und Leiterin des Pflegenetzwerkes Landkreis Leipzig

Karina Keßler Amtsleiterin SozialamtZimmer: 107 Brauhausstraße 8, Haus 10 04552 Borna Tel.:03433 241-2100 Fax:03437 984 99 - 2100 Location

Artikel aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.06.2017:

 

Pflege-Netzwerker kommen miteinander ins Gespräch

Auf Einladung des Kreissozialamtes tauschen sich Partner über bessere Versorgung aus

Von Simone Prenzel

 

Borna. Wenn Menschen pflegebedürftig werden, gilt es von jetzt auf gleich etliche Dinge zu klären: Für die Beantragung einer Pflegestufe, Zusatzleistungen der Kassen, Betreuungs- oder Hilfemöglichkeiten ist der Informationsbedarf groß. Aber wen fragen? Im Landkreis gibt es seit 2010 ein Pflegenetzwerk, das Angebote bündelt, Akteure vernetzt und eine Plattform des regelmäßigen Austauschs darstellt. Auf Einladung des Sozialamtes kamen kürzlich in Borna mehr als hundert Vertreter von Pflegediensten, Heimen, Krankenhäusern, Wohlfahrtsverbänden und Behörden zusammen, um neue Gestaltungsspielräume zur Unterstützung Hilfebedürftiger auszuloten.

Eingangs wies Landrat Henry Graichen (CDU) auf die gesetzlichen Neuerungen im Bereich der Pflegeversicherung hin, die seit diesem Jahr gelten. Aber vor allem standen Ideen im Fokus, wie vor Ort Bedingungen im Interesse der Betroffenen und ihrer Angehörigen optimiert werden können. So berichtete Doris Krumbholz, Geschäftsführerin eines privaten Pflegedienstes in Groitzsch, von Bemühungen, den Wechsel vom Krankenhaus ins Heim oder umgekehrt besser zu begleiten. „Wir haben dazu eine Arbeitsgruppe gegründet, die einen Handlungsleitfaden erarbeitet hat.“ Auch ein sogenannter Überleitungsbogen wurde entwickelt, um einen lückenlosen Informationsfluss zu sichern. „Nicht weniger wichtig ist, dass man sich austauscht und die Rahmenbedingungen kennt, unter denen die Partner arbeiten.“, ergänzte Krumbolz.

Einen ganz anderen Ansatz, dem Alter ein Schnippchen zu schlagen, stellte der Thallwitzer Bürgermeister Thomas Pöge vor. „Wir konnten in Böhlitz ein sogenanntes Multiples Haus installieren.“ Hier kommt regelmäßig der Landarzt oder die Schwester vorbei, so dass ältere Menschen sich den Weg zur Arztpraxis etliche Dörfer weiter sparen können. Gleichzeitig wird das Haus zum Beispiel vom Sozialamt genutzt, das Pflegeberatungen anbietet.

Weitere Projekte wie Alltagsbegleiter oder Nachbarschaftshelfer, die der Freistaat auf den Weg gebracht hat, wurden benannt. Aber auch finanzielle Fördermöglichkeiten, auf die Klaus Büttner vom Kommunalen Sozialverband Sachsen einging. Sozialamtsleiter Karina Keßler betonte, dass es vorrangig darum gehe, Pflegebedürftige so lange wie möglich zu Hause zu betreuen. Dafür gelte es, optimale Bedingungen zu schaffen und dafür zu sorgen, dass die Hilfen schnell und passgenau bei den Betroffenen ankommen. „Die Aufnahme in ein Pflegeheim soll möglichst vermieden werden.“

Die Herausforderungen, vor denen Sachsen steht, thematisierte Jürgen Neumann, Referent des Sächsischen Landkreistages: Um den Bedarf zu decken, müssten im Freistaat in den nächsten Jahren über 650 Heime neu gebaut werden. Im Landkreis würden bis zum Jahr 2050 je nach Szenario 5900 bis 6600 Heimplätze benötigt. Derzeit liege die Kapazität bei rund 3300 Plätzen. Eine Aufgabe, die angesichts der Tatsache, dass es keine staatlichen Förderprogramme für Heimplätze gibt, noch schwieriger erscheint. Als Verbündeter rücken deshalb immer mehr die Wohnungsgesellschaften in den Fokus. „Sie sind ein wichtiger Partner, um künftig genügend bedarfsgerechte Wohnungen anbieten zu können.“

Zudem wurde im Vorjahr auch die Stelle eines Pflegekoordinators im Landkreis geschaffen. Mitarbeiter Nils Neu berät zu allen Themen rund um Pflege, Wohngeld oder Vorsorgevollmacht. „Wir besetzen das Thema also nicht nur in der Amtsstube, sondern kommen auch zu den Menschen“, erklärte Graichen. Der Thallwitzer Ortschef Thomas Pöge bestätigt ebenfalls den großen Beratungsbedarf: „Die Bürger haben schon mehrfach nachgefragt, wann sie im Multiplen Haus ihre Anliegen wieder loswerden können.“

 

 

Die Leitung des „Pflegenetzwerkes Landkreis Leipzig“ übernimmt Frau Karina Keßler, Kreissozialamtsleiterin.

Frau Christiane Riedel, Sozialplanerin Landkreis Leipzig, und Herr Nils Neu, Pflegekoordinator Landkreis Leipzig, bilden die Koordinierungsstelle des „Pflegenetzwerkes Landkreis Leipzig“. Sie versendet Einladungsschreiben für Netzwerktreffen an alle Netzwerkpartner, fertigt und verteilt Protokolle und koordiniert die Netzwerktätigkeit. Sitz der Koordinierungsstelle ist das Landratsamt Landkreis Leipzig, Sozialamt.

Das „Pflegenetzwerk Landkreis Leipzig“ arbeitet in Facharbeitsgruppen, in denen die Mitglieder über aktuelle Aktionen, Erfahrungen und Erkenntnisse berichten.

1. Facharbeitsgruppe „Soll-Ist-Struktur“

Die Facharbeitsgruppe „Soll-Ist-Struktur“ erfasst den Bestand der regionalen Leistungsangebote, analysiert diese und erstellt eine Datenübersicht als Arbeitsinstrument für die Tätigkeit im „Pflegenetzwerk Landkreis Leipzig“. Sie ermittelt Lücken in der Versorgungsstruktur und formuliert Lösungsansätze.

2. Facharbeitsgruppe „Demenz“

Die Facharbeitsgruppe „Demenz“ bearbeitet aktuelle Schwerpunktthemen aus dem ambulanten, teil- und stationären Bereich zum Thema Demenz und gibt Hilfestellungen für Menschen mit Demenz und (pflegende) Angehörige.

3. Facharbeitsgruppe „Pflegeüberleitung“

Die Facharbeitsgruppe „Pflegeüberleitung“ bearbeitet aktuelle Schwerpunktthemen aus dem ambulanten, teil- und stationären Bereich zum Thema Pflegeüberleitung im Landkreis Leipzig. Ziel der Facharbeitsgruppe „Pflegeüberleitung“ ist die Optimierung des Überleitungs- und Entlassungsmanagements im Landkreis Leipzig.

Das „Pflegenetzwerk Landkreis Leipzig“ bilden Akteure aus folgenden Bereichen:

  • Landkreis Leipzig, Sozialamt (SGB XII)
  • Gesetzliche Pflegekassen (SGB XI)
  • Pflegedienste, Sozialstationen, Pflegeheime (SGB XI)
  • Medizinischer Dienst der Krankenkassen (MDK)
  • Krankenhäuser
  • Kreisärztekammer
  • Ansprechpartner der niedrigschwelligen Angebote nach § 45 ff. SGB XI
  • Ansprechpartner für Alltagsbegleiter
  • Wohnungsbaugesellschaften/-genossenschaften
  • Selbsthilfegruppen/Vertreter Ehrenamt
  • Weitere interessierte Körperschaften, Institutionen, Unternehmen, Vereine, etc.

Eine kostenfreie Mitgliedschaft im „Pflegenetzwerk Landkreis Leipzig“ kann jederzeit mittels einer Interessensbekundung erworben werden.

Interessenbekundung(PDF, 367 kB)

 

Im August 2016 war der Beginn der Beratungsstelle des Kreissozialamtes „Soziale Hilfen und Pflegekoordination“. Alle Interessierten haben seitdem täglich die Möglichkeit, im Sozialamt im Landratsamt Landkreis Leipzig in Borna kostenlose Beratungen zu folgenden Themen zu erhalten:

  • Demenz
  • Pflegeleistungen (ambulant, teilstationär und stationär)
  • Schwerbehindertenausweis
  • Sozialhilfeleistungen
  • Vorsorgevollmacht/Patientenverfügung
  • Wohngeld
  • Landesblindengeld
  • finanzielle Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Unterstützung von Senioren
  • Rentenanträge

Zusätzlich zu den genannten Beratungsinhalten erhalten die Interessierten Unterstützung bei entsprechenden Antragstellungen.

Im September 2016 wurde die Beratungsstelle des Kreissozialamtes „Soziale Hilfen und Pflegekoordination“ in Borna um mobile Beratungsstrukturen erweitert, um alle Regionen des Landkreises Leipzig mit zusätzlichen wohnortnahen Beratungsangeboten zu stärken.

Die nächsten Termine der mobilen Beratungsstelle finden Sie auf unserem aktuellen Handzettel:

Handzettel: mobile Beratungsstelle des Kreissozialamtes(PDF, 223 kB)

Für weitere Fragen steht Ihnen gern Herr Nils Neu, Pflegekoordinator und Leiter der Beratungsstelle des Kreissozialamtes, zur Verfügung:

Nils Neu Pflegekoordinator SozialamtZimmer: 110 Brauhausstraße 8, Haus 10 04552 Borna Tel.:03433 241 - 2137 Fax:03437 984 99 - 2137 Location

Um Ihnen eine Übersicht über die medizinischen, pflegerischen und sozialen Angebote in Ihrer Nähe zu erleichtern, hat Ihnen die Netzwerkgruppe „Soll-Ist-Struktur“ eine Übersicht über Beratungs- und Versorgungsstrukturen im Landkreis Leipzig zusammengestellt.

Die aktuelle Übersicht ist für Sie gern nachfolgend aufrufbar:

Übersicht über aktuelle Beratungs- und Versorgungsstrukturen im Landkreis Leipzig(PDF, 659 kB) (letzte Aktualisierung: 07/2017)

Für weitere Fragen steht Ihnen gern Frau Christiane Riedel, Sozialplanerin und Koordinatorin der Netzwerke für ältere und behinderte Menschen, zur Verfügung:

Christiane Riedel Sozialplanerin und Koordinatorin der Netzwerke für ältere und behinderte Menschen SozialamtZimmer: 110 Brauhausstraße 8, Haus 10 04552 Borna Tel.:03433 241- 2116 Fax:03433 241 99 - 2116 Location

In enger Zusammenarbeit mit vielen Netzwerkpartnern des Pflegenetzwerkes Landkreis Leipzig konnten im Rahmen der regionalen Facharbeitsgruppe Pflegeüberleitung folgende Instrumente erarbeitet werden:

Handlungsleitfaden zum Überleitungsbogen Landkreis Leipzig(PDF, 579 kB)

Feedbackbogen zum Überleitungsbogen Landkreis Leipzig(PDF, 189 kB)

Muster HELIOS Überleitungsbogen(PDF, 60 kB)

Gerne möchten wir herausfinden, welche Erfahrungen Sie mit dem erarbeiteten Handlungsleitfaden für den Überleitungsbogen im Landkreis Leipzig und Feedbackbogen sammelten und bitten Sie recht herzlich, den vorbereiteten Fragebogen ausgefüllt an uns zu senden:

Fragebogen Pflegeüberleitung Landkreis Leipzig(PDF, 202 kB)

Für weitere Fragen steht Ihnen gern Frau Karina Keßler, Sozialamtsleiterin und Leiterin des Pflegenetzwerkes Landkreis Leipzig, zur Verfügung.

Karina Keßler Amtsleiterin SozialamtZimmer: 107 Brauhausstraße 8, Haus 10 04552 Borna Tel.:03433 241-2100 Fax:03437 984 99 - 2100 Location

 

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger des Landkreis Leipzig,

jeder Mensch wünscht sich, bis ins hohe Alter fit zu sein um sein Leben selbstbestimmt zu gestalten.

Deshalb möchte Ihnen das Sozialamt des Landkreis Leipzig gemeinsam mit dem Kreisseniorenbeirat des Landkreis Leipzig diese Broschüre zur Verfügung stellen, welche Ihnen und Ihren Angehörigen die Suche nach Hilfsmöglichkeiten und Ansprechpartnern erleichtert und mit der Sie für alle Fälle gut gerüstet sind.

Neben wichtigen Kontaktadressen haben wir hilfreiche Tipps und Hinweise für Sie in dieser Broschüre zusammengestellt, um Ihnen den Alltag zu erleichtern und das große Angebot an Hilfsmöglichkeiten transparent zu machen.

Nach einer Umfrage in den Städten und Gemeinden des Landkreises gibt es darüber hinaus fast überall Möglichkeiten für ältere Menschen in unserem Landkreis, in ihrer Region aktiv zu sein. Sie können sich in Ihrer Kommune bürgerschaftlich engagieren, Sie können mitwirken und mit gestalten.

In dieser Broschüre finden Sie deshalb auch Hinweise zu Begegnungsstätten, zu speziellen Kultur-, Bildungs- und Sportangeboten. Nutzen Sie die Chancen, die sich Ihnen dort bieten. Lernen Sie Neues, aber geben Sie auch Ihre Erfahrungsschätze, Ihr Wissen z.B. an jüngere Generationen weiter.

Des Weiteren steht Ihnen natürlich das Sozialamt selbst als Ansprechpartner und Unterstützer zur Verfügung, wenn es um Fragen der Grundsicherung im Alter, die Heimkostenübernahme, Wohngeld oder die Beantragung eines Schwer-behindertenausweises geht.

Es kann aber auch zu Lebenssituationen kommen, in denen Sie Rat und Hilfe beim Umzug in eine altersgerechte Wohnung brauchen. Hier soll Ihnen die Broschüre ein kleiner Wegweiser sein.

Speziell beim Thema „Wohnen für ältere Menschen“ gibt diese Ihnen Tipps bei der Suche nach geeignetem Wohnraum.

In der Mitte der Broschüre finden Sie Wissenswertes zu „Betreuten Wohnformen für ältere Menschen“ und eine „Checkliste“, die wesentliche Punkte enthält, die Sie bei der Auswahl Ihrer Wohnung beachten sollten. Bei einem Umzug sind nicht nur die Lage und das Umfeld der Wohnung entscheidend, auch Ausstattung, Betreuungsangebote sowie individuelle Betreuungsleistungen und monatliche Kosten müssen betrachtet werden.

Die Checkliste ist herausnehmbar. Sie haben bei Ihrer Suche nach einer geeigneten Wohnung stets alle wichtigen Fragen dabei, können sich entsprechende Notizen machen und dann zu Hause in aller Ruhe Ihre Entscheidungen treffen.

Wir würden uns freuen, wenn Sie viele der Informationen nutzen können und wenn es für Sie neue wertvolle Anregungen gibt.

An dieser Stelle möchten wir uns recht herzlich bei allen Beteiligten für die Erstellung der Broschüre bedanken.

Mit den besten Wünschen für Gesundheit und persönliches Wohlergehen grüßen Sie herzlich

Ihre Karina Keßler
Sozialamtsleiterin, Dipl. Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin (FH)
und Ihr Paul Janus
Vorsitzender des Kreisseniorenbeirates

 

Die regelmäßig aktualisierte Version unserer Broschüre finden Sie unter folgendem Link im Internet:

http://www.total-lokal.de/city/borna/data/04552_57_03_16.pdf (PDF-Download)

 

 

Für weitere Fragen zum Pflegenetzwerk Landkreis Leipzig sowie für Ihre Anregungen stehen wir Ihnen sehr gern zur Verfügung.

Karina Keßler Amtsleiterin SozialamtZimmer: 107 Brauhausstraße 8, Haus 10 04552 Borna Tel.:03433 241-2100 Fax:03437 984 99 - 2100 Location Nils Neu Pflegekoordinator SozialamtZimmer: 110 Brauhausstraße 8, Haus 10 04552 Borna Tel.:03433 241 - 2137 Fax:03437 984 99 - 2137 Location Christiane Riedel Sozialplanerin und Koordinatorin der Netzwerke für ältere und behinderte Menschen SozialamtZimmer: 110 Brauhausstraße 8, Haus 10 04552 Borna Tel.:03433 241- 2116 Fax:03433 241 99 - 2116 Location