Warum müssen Gebäude aufgemessen werden?

Ein wesentlicher Bestandteil des Katasters ist die Liegenschaftskarte, in der die Flurstücksgrenzen und Gebäudegrundrisse auf der Grundlage von örtlichen Vermessungen dokumentiert sind. Die örtliche Bestandsaufnahme ist für die vielfältigen Aufgaben der Planung, der Bauleitplanung, des Rechtsverkehrs und der Wirtschaft von Nutzen, auch das Grundeigentum des einzelnen Bürgers wird durch das Liegenschaftskataster garantiert.

Gibt es eine Aufmessungspflicht?

Ja, die Grundlage dafür bildet das Gesetz über das amtliche Vermessungswesen und das Liegenschaftskataster im Freistaat Sachsen (§6 (3) Sächsisches Vermessungs- und Katastergesetz - SächsVermKatG).

Was zählt zu den einmessungspflichtigen, baulichen Einrichtungen?

Der Aufmessungspflicht unterliegen unter anderem:

  • Freistehende Gebäude mit einer Grundfläche von mind. 10 Quadratmetern
  • Anbauten mit einer Grundfläche von mind. 10 Quadratmetern

Nicht aufmessungspflichtig sind unter anderem:

  • Carports
  • Gebäude die sich in Kleingärten im Sinne des Bundeskleingartengesetzes (BKleinG) befinden
  • Gebäude die vor dem 24. Juni 1991 errichtet wurden

Für eine Aufmessung von Gebäuden, die bis zum 24. Juni 1991 neu errichtet oder in ihren Außenmaßen wesentlich verändert wurden, wird eine ermäßigte Gebühr von 25 % nach Tarifstelle 3.1 erhoben. (2. SächsVermKoVO)

Wann wird eine Gebäudeaufmessung durchgeführt?

Obwohl die Aufmessungspflicht gesetzlich verankert ist, werden Gebäudeaufmessungen nur auf Antrag der Gebäudeeigentümer/innen durchgeführt. Um sich späteren Verdruss zu ersparen, sollten Sie deshalb spätestens zwei Monate nach Abschluss des Bauvorhabens die Gebäudeaufmessung in Auftrag geben. Andernfalls ist das Vermessungsamt verpflichtet, als Ersatzvornahme einen Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur (ÖbVI)(PDF, 830 kB) mit der Aufmessung Ihres Gebäudes zu Ihren Lasten zu beauftragen. Die durch den erhöhten Verwaltungsaufwand entstehenden Mehrkosten sind Ihnen ebenfalls aufzuerlegen. Bitte beachten Sie, dass die Gebäudeaufmessungspflicht zeitlich unbegrenzt auf einem Grundstück lastet und nicht durch Verjährung erlischt.

Wonach richten sich die Kosten einer Gebäudeaufmessung?

Alle Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure rechnen nach den gleichen Tarifen ab. Grundlage ist die Zweite Sächsische Vermessungskostenverordnung - 2. SächsVermKoVO.

Daten anderer Stellen bei Gebäudeaufmessungen

Anstelle der Ergebnisse einer Katastervermessung des ÖbVI können Sie auch Daten einer anderen Stelle vorlegen, die wir (bei entsprechender Eignung) zum Nachweis Ihres Gebäudes im Liegenschaftskataster verwenden können. (§ 7 Sächsisches Vermessungs- und Katastergesetz - SächsVermKatG)

Die Anforderungen an eine Eignung ergeben sich aus den Bestimmungen des § 8 der Durchführungsverordnung (SächsVermKatGDVO) zum Sächsisches Vermessungs- und Katastergesetz und entsprechen grundsätzlich den Forderungen an eine vergleichbare Katastervermessung.

Baupläne oder Lagepläne sind grundsätzlich zur Fortführung des Liegenschaftskatasters nicht geeignet, da in ihnen nur der geplante Bauzustand dargestellt wird, ohne einen genauen Bezug zu den Flurstücksgrenzen herzustellen.

Für die Fortführung des Liegenschaftskatasters wird die Vermessung des fertiggestellten Gebäudes, mit genauen Grenzbezug im amtlichen Koordinatenreferenzsystem ETRS89_UTM33, benötigt.

Ansprechpartner zur Gebäudeeinmessung

Monika Seifert Katasterfortführung SG 1 Katasterfortführung und KatasterverfahrenZimmer: 210 Leipziger Straße 67 04552 Borna Tel.:03433 777-1435 Fax:03437 98499-1499 Location Sylvia Schiede Katasterfortführung SG 1 Katasterfortführung und KatasterverfahrenZimmer: 206 Leipziger Straße 67 04552 Borna Tel.:03433 777-1436 Fax:03437 98499-1499 Location

Erfassung und Aktualisierung von Gebäudedaten aus digitalen Orthophotos (DOP)

Nach Nummer 2.2 Absatz 2 und Nummer 8 VwVLika können die katasterführenden Behörden Daten über Gebäude aus geeigneten Luftbilderzeugnissen erfassen. Ziel ist eine vollständige Darstellung der Gebäude in der Liegenschaftskarte. Gebäude, die auf der Grundlage von Luftbilderzeugnissen erfasst wurden, sind in der Liegenschaftskarte gesondert dargestellt.

Für Gebäude die nach dem 24. Juni 1991 neu errichtet oder in den Außenmaßen wesentlich verändert wurden erlischt die Gebäudeaufmessungspflicht dadurch nicht.

Zu beachtende Rechtsgrundlagen

Durchführungsverordnung zum Sächsischen Vermessungs- und Katastergesetz - SächsVermKatGDVO
Zweite Sächsische Vermessungskostenverordnung - 2. SächsVermKoVO
Sächsisches Vermessungs- und Katastergesetz - SächsVermKatG

Bundeskleingartengesetz - BKleinG

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