Ende 2025 startete das Landratsamt einen Versuch, zur detaillierten Auswertung der eigenen Energieverbräuche. Mit den Ergebnissen liegen nun Ansatzpunkte vor, wo Potenziale zur Energieeinsparung liegen. Erste Anpassungen führten sofort zu positiven Effekten ohne Kosten.
Projektstart "Anlagenmonitoring in kommunalen Liegenschaften"
Am 19. Mai kamen in Borna Vertreter aus dem gesamten Landkreis zusammen, um fortan gemeinsam an der Herausforderung Datenerfassung zu arbeiten. Im ersten von bis zu 5 Arbeitstreffen ging es um die Grundlagen sowie den aktuellen Stand der Monitoringaktivitäten in den Kommunalverwaltungen:
Grundsätzliches zum Monitoring in kommunalen Liegenschaften
- Mit Monitoring und Optimierung können 10–30 % weniger Heizenergie ohne größere Investitionen erreicht werden.
- Durch die Nutzung von Betriebsdaten kann bei Sanierungsentscheidungen genauer und optimaler geplant werden.
- Störungen können frühzeitig erkannt werden, bevor Ausfälle entstehen.
- Ein Monitoring trägt zur Erfüllung gesetzlicher Pflichten bei.
- Durch einen effizienten Betrieb werden Emissionen messbar gesenkt.
- gesamter Beitrag der TU Dortmund (PDF)
- gesamter Beitrag des Kompetenzzentrum Energieeffizienz durch Digitalisierung (PDF)
Stand und Unterstützungsbedarf zum Energiemonitoring im LK-L
Schnell kristallisieren sich 3 Gruppen an Kommunen heraus:
- Kommunen mit professioneller Liegenschaftsverwaltung, Energiemanagement und / oder Gebäudeleittechnik. Anlagen werden zumindest teilweise automatisiert überwacht.
- Kommunen mit Ansätzen zur Datenhaltung, in der Regel mit EXCEL und komplett manueller Datenerfassung
- Kommunen mit ungenügender Datengrundlage und ohne Datenerfassung
Aktuell werden die Informationen selten zur Optimierung und systematischen Energieeinsparung verwendet. Typisch ist jedoch der Bedarf einer belastbaren Datengrundlage für die Haushaltsplanung.
Die Anwesenden sind sich einig:
- die aktuelle Situation 1) mangelnder Möglichkeiten zur systematischen Optimierung und 2) unterschiedlicher Systeme von benachbarten Kommunen sind derzeit die entscheidenden Hemmnisse
- größter Mehrwert liegt im Verbund von Kommunen - entweder in den bestehenden Teilräumen oder gar über alle 30 Kommunen mit Leitung durch den Landkreis selbst
Kompetenzzentrum Energieeffizienz durch Digitalisierung (KEDi) wählt LK Leipzig als Demolandkreis aus
Als Katalysator für die erhofften Fortschritte steht den Kommunen das KEDi und die Sächsische Energieagentur (SAENA) zur Seite. Beide bieten Hilfestellung in Form von Analysen, Vorlagen, Checklisten und Mustern für die anstehenden Entscheidungen und Anpassungen. Gleichzeitig arbeitet Klimaschutzkoordinator Andreas Jaumann in den Kommunen mit, um die Fleißarbeit rund um die Datenerfassung zu den Liegenschaften zu unterstützen.
Erhoffte Ergebnisse
- Alle Kommunen haben die Möglichkeit zur digitalen Datenübertragung aus den wichtigsten Gebäuden
- Harmonisierung von Vorgehensweisen, Software und Wissensstand - passend zur Kommunengröße bzw. Gebäudebestand
- Einsparung von Arbeitszeit bei Liegenschaftsverantwortlichen und Hausmeistern
- Energieeinsparungen durch nicht-investive Optimierungen
- Pflicht zum Monitoring von Nichtwohngebäude wird erfüllt
Ob für die Umsetzung ein Fördervorhaben im Konvoi eingerichtet wird, muss geklärt werden.
Zeitplan
- kontinuierlich: Unterstützung vor Ort durch Klimaschutzkoordination
- Jun 2026 - Analyse zum aktuellen Stand der Gebäudeverwaltung in den Kommunen (Fragebogen)
- Jul 2026 - Finanzierungsmodelle investiver Modernisierungsmaßnahmen
- Sep 2026 - Organisation einer automatischen Überwachung und Gebäudesteuerung
- Nov 2026 - Fokusgruppentreffen Klimaschutz in Borna
- Feb 2027 - Leitfaden mit allen Erfahrungen, Materialien und Lernfortschritten aus dem Landkreis Leipzig wird veröffentlicht
Besichtigung Datenlogger im Heizungskeller Sozialamt Borna (LK-L)
- Praxiseinblick für erste Schritte des Monitorings, Erkenntnisse und nicht investive Einsparmaßnahmen durch einen optimierten Anlagenbetrieb
- Link zum Artikel & Download der Zwischenergebnisse - PDF, 4 MB
Förderangebote für sächsische Kommunen
- Zuschuss für unterstützende Leistungen zum Aufbau eines kommunalen
Energiemanagements nach Kom.EMS (RL EuK Modul II) - Förderfähige Ausgaben mit 80% Fördersatz:
▪ Vor Ort Coaching (gelistete Kom.EMS Coaches)
▪ Externes Audit (Kom.EMS Zertifizierung)
▪ Sachausgaben für Messtechnik und Energiemanagement-Software von max. 25 T€, zus. je
Konvoi*-Teilnehmer 5 T€
▪ Personalausgaben in Höhe von 20 Prozent der direkten förderfähigen Ausgaben - Kontakt zur sächsischen Energieagentur (SAENA)
Armin Verch
Web: www.saena.de
Telefon: 0351 - 4910 3199
Mail: armin.verch@saena.de



