Am 15.02. hatten wir über die Projektziele bis Jahresende informiert, hier erfahren Sie den aktuellen Zwischenstand

  • Zum News-Beitrag "Landratsamt startet Beteiligungsinitiative" (Link)

 

Rückblick

Borna - 24.02.2026 

  • Im Gymnasium „Am Breiten Teich“ starteten wir unsere Veranstaltungsreihe unter dem Motto „Mitreden. Nachfragen. Mitgestalten“ mit etwas mehr als 30 Teilnehmenden. Ziel war es, einen Raum für Austausch zu schaffen. Daher setzten wir bewusst nicht auf ein klassisches Vortragsformat, sondern erprobten mit Unterstützung neue, interaktive Methoden.
  • Diese Herangehensweise war für viele zunächst ungewohnt und erforderte eine kurze Eingewöhnungszeit. Nach anfänglicher Skepsis wurden jedoch die Vorteile des Perspektivwechsels zunehmend deutlich.
  • Es gelang uns, allen Anwesenden eine Stimme zu geben und Raum für ihre Anmerkungen zu schaffen. Ein zentrales Fazit des Abends war, dass sich viele Menschen mehr Sicherheit und Verlässlichkeit wünschen – sowohl im Hinblick auf die zukünftige Energieversorgung als auch in anderen gesellschaftlichen Zusammenhängen.
  • Besonders wertvoll waren für uns die vielfältigen Impulse zur Gestaltung gelungener Bürgerbeteiligung. Im Fokus stand dabei vor allem die transparente und verständliche Bereitstellung von Informationen.
  • Der Abend spiegelte eine große Bandbreite an Stimmungen und Meinungen wieder. Dennoch gelang ein sachlicher Austausch. Auch wenn nicht immer eine gemeinsame Lösung gefunden wurde, zeigt sich gerade im Dialog unterschiedlicher Perspektiven eine große Chance.
  • Mit den Erfahrungen aus der ersten Veranstaltung setzten wir die Reihe im nächsten Sozialraum in Bad Lausick fort.

Bad Lausick - 05.03.2026

  • Weniger als eine Woche später fand der nächste Informationsabend statt. Dabei zeigte sich, dass trotz gleichen Ansatzes und identischer Moderation ganz unterschiedliche Menschen vor Ort waren, die unsere Methoden jeweils anders aufnahmen. An diesem Abend nahmen knapp 50 Personen aus dem Raum Grimma teil, die ihre Sorgen und Bedenken offen einbrachten.
  • Die Veranstaltung in Bad Lausick bestätigte unseren Ansatz, mehrere Termine im Landkreis durchzuführen. Bereits beim zweiten Termin wurde deutlich, wie unterschiedlich die Anliegen der Menschen sind und dass die Teilnehmenden in Borna andere Themen bewegten als die in Bad Lausick.
  • Auch hier zeigte sich erneut die bestehende Unsicherheit hinsichtlich der zukünftigen Energieversorgung sowie das Bedürfnis nach mehr Sicherheit und Planbarkeit. Trotz unseres bewusst ganzheitlich gewählten Ansatzes ließ es sich nicht vermeiden, dass sich der Fokus der Diskussion immer wieder auf das Thema Windkraft verlagerte.
  • Die Impulse zur Bürgerbeteiligung wurden durch weitere wichtige Aspekte ergänzt. So wurde angeregt, Beteiligungsformate stärker digital auszurichten und insbesondere auch die Jugend stärker einzubeziehen. Zudem wurde ein deutlicher Wunsch nach basisdemokratischen Entscheidungsmöglichkeiten geäußert.
  • Die Veranstaltung war geprägt von einzelnen, sehr starken Meinungen, die nicht immer leicht zu moderieren waren. Umso erfreulicher war es, dass am Ende dennoch ein konstruktiver Diskurs möglich war.
  • Nach dieser intensiven Veranstaltung blieb uns eine Woche Zeit, um uns auf den vorletzten Termin in Brandis vorzubereiten.

Brandis - 10.03.2026

  • Im Partheland fand die vorletzte und zugleich kleinste Veranstaltung statt. In einer Runde von rund 15 Personen entwickelte sich dennoch eine lebhafte Diskussion.
  • Zentrale Themen waren die steigenden Kosten, insbesondere im Bereich der Energie, sowie die allgemeine Unsicherheit mit Blick auf die Zukunft. Darüber hinaus wurden auch spezifischere Aspekte angesprochen, wie unzureichende Fördermöglichkeiten oder der Ausbau erneuerbarer Energien an aus wirtschaftlicher Sicht ungünstigen Standorten.
  • Die Teilnehmenden sahen zugleich Vorteile der erneuerbaren Energien, insbesondere in den vielfältigen regionalen Wertschöpfungsmöglichkeiten. Im Austausch wurde jedoch deutlich, dass vor allem bestehende Prozesse und Abläufe die Umsetzung und Etablierung erneuerbarer Energien erschweren.
  • Auch in Brandis wurde der Wunsch nach stärkerer direktdemokratischer Mitbestimmung deutlich.

Zwenkau - 17.03.2026

  • Die letzte Veranstaltung fand im Sydraum Leipzig statt - konkret am Gymnasium in Zwenkau. Dort konnten wir auch den Landrat begrüßen, der den Abend eröffnete und die Bedeutung von Bürgerbeteiligung hervorhob.
  • Mit über 40 Teilnehmenden bot die Veranstaltung eine gute Grundlage für einen vielfältigen Austausch. Besonders hier gelang es, sehr unterschiedliche Perspektiven in ein gemeinsames Gespräch zu bringen – von Kleinunternehmerinnen und -unternehmern über Mitarbeitende von Energieunternehmen bis hin zu Mitgliedern der Bürgerinitiative „Gegenwind“, Jugendlichen, Vertreterinnen und Vertretern von Bürgerenergiegenossenschaften sowie Anwohnerinnen und Anwohnern mit ganz persönlichen Anliegen.
  • Der Abend machte erneut deutlich, dass auch hier Zukunftsängste und Unsicherheiten bestehen. Viele Teilnehmende äußerten das Gefühl, dass ihre Anliegen bislang nicht ausreichend gehört werden. Umso wichtiger waren für uns die Impulse für eine gelungene Bürgerbeteiligung. Unser Anspruch ist es, bestehende Ansätze weiterzuentwickeln und die gewonnenen Anregungen aktiv in die nächsten Schritte einzubeziehen.

Fazit und Ausblick

  • Insgesamt lassen sich die Informationsveranstaltungen als Erfolg bewerten. Im Klassenzimmer herrschte eher eine sachliche Atmosphäre, die Beteiligung durch Schüler / Jugendliche ist immer "erfrischend". Wir konnten zahlreiche Perspektiven und Meinungen aufnehmen und ein differenziertes, mitunter auch sehr kritisches Bild der Menschen vor Ort gewinnen. Dieses Bild war in den einzelnen Sozialräumen unterschiedlich ausgeprägt, wies jedoch gleichzeitig viele Gemeinsamkeiten auf.
  • Die Vorgehensweise und Regeln der Regionalplanung wurde vermittelt: nachdem bislang die Energieversorgung über Braunkohlepläne sichergestellt wurde, gibt es nun regionalplanerische Kriterien für raumbedeutsame Solar- und Windenergieanlagen.
  • Wenn man vom Energiesystem spricht, vermeidet man die Polarisierung auf "Wind".
  • Auf dieser Grundlage haben wir nun eine gute Basis, um die geplanten Energiewerkstätten zielgerichtet vorzubereiten.
  • Genau dort setzen wir als Nächstes an: Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern wollen wir in die aktive Erarbeitung von Konzepten für die zukünftige Energieversorgung einsteigen.