Das Kernziel des Projekts: Handlungsmacht der Kommunen stärken
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kommunen und regionale Energieversorger ihre Gestaltungsmacht auf dem Weg zur Klimaneutralität ausbauen können. Dafür setzt das Projekt an drei zentralen Punkten an:
- Technologische Optionen verstehen: Welche Maßnahmen zur Emissionsminderung sind im Gebäudebestand, in der Industrie und in der regionalen Energieversorgung realistisch umsetzbar?
- Kosten und Rahmenbedingungen einschätzen: Wie verändern sich Investitionsentscheidungen unter ambitionierteren nationalen Klimaschutzvorgaben?
- Akzeptanz der Bevölkerung berücksichtigen: Welche Lösungen finden Zustimmung – und warum?
Gerade dieser dritte Punkt hebt das Projekt hervor: Viele Klimaschutzmaßnahmen finden auf privaten Grundstücken statt – PV‑Anlagen, Wärmepumpen, Dämmmaßnahmen. Damit rückt eine sehr heterogene Gruppe von Eigentümerinnen und Eigentümern in den Fokus, deren Entscheidungen stark von Lebensstil, finanziellen Möglichkeiten und persönlichen Prioritäten geprägt sind.
ReKlim entwickelt dafür Computermodelle, die bereits in Kooperation mit kommunalen Energieversorgern erprobt wurden. Diese Modelle werden nun auf die Bedingungen mitteldeutscher Kommunen übertragen und gemeinsam mit den drei Projektkommunen Borsdorf, Geithain und Trebsen im Landkreis Leipzig getestet.
Einordnung in das Klimaschutzkonzept des Landkreises Leipzig (2022)
Das Klimaschutzkonzept des Landkreises Leipzig verfolgt das Ziel, die Region schrittweise klimaneutral zu gestalten – mit klaren Schwerpunkten auf:
- kommunaler Wärmeplanung,
- Ausbau erneuerbarer Energien,
- Energieeffizienz im Gebäudebestand,
- Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger,
- Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten.
Das T!Raum‑Projekt zahlt direkt auf diese strategischen Leitlinien ein:
✔ Unterstützung der kommunalen Wärmeplanung - Durch ein besseres Verständnis der Entscheidungen privater Haushalte werden Planungsprozesse realitätsnäher und verlässlicher.
✔ Ausbau erneuerbarer Energien und Netzinfrastruktur - Die Modelle helfen abzuschätzen, wie sich PV‑Ausbau, Wärmepumpen oder E‑Mobilität auf die Verteilnetze auswirken – ein zentraler Baustein des Klimaschutzkonzepts.
✔ Bürgernahe Klimapolitik - Indem das Projekt Lebensstile, Präferenzen und Akzeptanzfaktoren einbezieht, stärkt es die soziale Tragfähigkeit der Energiewende.
✔ Regionale Wertschöpfung - Kommunen erhalten Werkzeuge, um Investitionen besser zu steuern und lokale Energieversorger einzubinden – ein Kernanliegen des Konzepts von 2022.
Warum das wichtig ist
Der Landkreis Leipzig steht – wie viele Regionen – vor der Herausforderung, Klimaschutz ambitioniert, aber zugleich realistisch und sozial verträglich umzusetzen. T!Raum bietet dafür einen wissenschaftlich fundierten Werkzeugkasten, der Kommunen befähigt, innerhalb der Wärmewende selbstbewusst und datenbasiert zu handeln.
Mit dem bis Ende 2027 laufenden Projekt entsteht ein Raum für Innovation, Austausch und mutige Entscheidungen. Und genau das braucht eine Region, die Klimaschutz nicht nur verwalten, sondern aktiv gestalten will.



