Vapen
Rauchst du noch oder vapest du schon?
In den letzten zwei Jahrzehnten hat der Anteil der Raucher an der Gesamtbevölkerung in Deutschland stetig abgenommen. 2023 rauchten rund 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung ab 18 Jahre. 2000 lag dieser Anteil noch bei 35 Prozent. Auch der Anteil der Jugendlichen (12-17 Jahren), die noch nie zur Zigarette gegriffen haben, lag 2023 auf dem Rekordhoch von 83%. Ermöglicht haben das unter anderem gezielte Präventionskampagnen, Abgabeverbote an Minderjährige, Werbeverbote und deutliche Preissteigerungen.
Statistische Zahlen zum Rauchen erfassen aber nur die klassische Zigarette. Alternative Nikotinprodukten wie Vapes oder Nikotinpouches liegen vor allem bei jungen Erwachsenen im Trend und der Konsum verzeichnet seit Jahren einen Anstieg. Bei Vapes (umfassen elektronische Zigaretten und Einweg-Dampfgeräte) setzen die Hersteller auf ansprechende Farben, unzählige Geschmacksrichtungen, die Modernität und betonen sowohl die Tabakfreiheit als auch die „ungefährlichere“ Konsumart (Verdampfen von Flüssigkeiten). Vapes sind ein Life-Style-Produkt, gelten als „in“ und sind auf den Social-Media-Plattformen weit verbreitet. Allerdings sind die Inhaltsstoffe der benötigten Liquids unüberschaubar hoch und der Dampf kann zu Atemwegsreizungen und Lungenschädigungen führen.

Was harmlos wirkt, kann abhängig machen – Vapen ist nicht nur Dampf, sondern kann auch Nikotin und andere Stoffe enthalten, die süchtig machen. Foto: pixabay
Ein weiteres, statistisch nicht erfasstes alternatives Produkt sind Nikotinbeutel - ohne Tabak als Pouches bezeichnet, mit Tabak als Snus. Die Beutel werden in den Mund geschoben und geben zwischen Lippen und Zahnfleich Nikotin ab, das dadurch sehr schnell wirkt. Auch hier werben die Hersteller mit vielfältigen Geschmacksrichtungen, unterschiedlichen Nikotingehalten und fokussieren auf die Tabakfreiheit.
Aber ganz egal ob klassische Zigarette, Dampf oder Beutel – in allen Substanzen ist Nikotin enthalten – der Wirkstoff, der für eine Abhängigkeitsentwicklung ausschlaggebend ist. Nikotin verursacht sowohl eine körperliche als auch eine sehr hohe psychische Abhängigkeit. Das Abhängigkeitspotential ist mit Kokain vergleichbar, was das Aufhören in aller Regel schwierig und langwierig macht.
Für alle, die das Rauchen oder Vapen lassen wollen, empfehlen sich Nicht-Raucher-Programme der Krankenkassen oder die „rauch-frei“-Kurse in Suchtberatungsstellen. Auch online sind kostenfreie Ausstiegsprogramme zu finden, so z.B. unter DigiSucht zu finden.
Quellen: Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und Drogenaffinitätsstudie 2023