Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen hat der Landkreis Leipzig heute erneut ein deutliches Zeichen gegen häusliche Gewalt gesetzt. Gemeinsam mit der Stadt Borna und dem Wegweiser e.V. wurde die Fahnenaktion morgens auf dem Marktplatz in Borna und am Nachmittag vor dem Landratsamt erfolgreich durchgeführt.

Fahnen werden gehisst

Der Tag begann um 9:00 Uhr mit der feierlichen Hissung der Aktionsfahne "Nein zu Gewalt an Frauen" auf dem Bornaer Marktplatz. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Oliver Urban zog die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Leipzig, Konstanze Morgenroth, die Fahne in die Höhe. "Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache. Jede Zahl steht für ein individuelles Schicksal, das unser Handeln erfordert", betonte Morgenroth in ihrer Ansprache.

Anschließend fand ein Rundgang durch die Innenstadt statt, bei dem freiwillige Helferinnen und Helfer sowie die Kerstin Kupfer und andere Unterstützerinnen vom Wegweiser e.V. zahlreiche mit dem Aktionsmotiv bedruckte Tüten verteilten. Unter dem Slogan "Gewalt kommt uns nicht in die Tüte" sollte die Aktion zum Nachdenken anregen und zugleich eine klare Botschaft gegen Gewalt verbreiten.

Unterstützung in der Region

Am Nachmittag wurde die Aktion mit einer weiteren Fahnenhissung vor dem Landratsamt fortgesetzt. Hier kam die 2. Beigeordnete des Landkreises, Ines Lüpfert, hinzu. In ihrer Rede hob Lüpfert hervor: "In unseren Beratungsstellen finden Betroffene nicht nur Zuflucht, sondern auch die notwendige Unterstützung, um sich aus gewaltsamen Situationen zu befreien."

Zudem wurden während der Veranstaltung verschiedene Hilfs- und Schutzangebote für Betroffene häuslicher Gewalt im Landkreis Leipzig vorgestellt. Der Landkreis hat ein gut vernetztes System aus Beratungsstellen, Schutzhäusern und weiteren Hilfsangeboten zu bieten, die schnell und unkompliziert zu erreichen sind. Insbesondere das Frauen- und Kinderschutzhaus des Wegweiser e.V. sowie die Beratungsstelle Bellis e.V. standen als zentrale Anlaufstellen für Opfer von häuslicher Gewalt im Mittelpunkt.

Die Zahl der Fälle ist gestiegen

Die steigenden Zahlen häuslicher Gewalt - sowohl im Landkreis Leipzig als auch sachsenweit - machen deutlich, wie wichtig solche Aktionen sind. Im Jahr 2024 wurden im Landkreis Leipzig 643 Fälle häuslicher Gewalt polizeilich erfasst, was einen besorgniserregenden Anstieg im Vergleich zu den bereits hohen Zahlen in den Vorjahren darstellt (2022: 496 Fälle, 2023: 535 Fälle). Auch sachsenweit zeigt die Statistik einen Anstieg von 2,6 % auf insgesamt 10.202 Fälle, 70,8 % der Betroffenen sind Frauen.

"Diese Zahlen sind nicht nur eine Statistik, sie stehen für das Leid der Betroffenen. "Unsere Botschaft ist klar: Es gibt Hilfe, es gibt Schutz und wir lassen Betroffene nicht allein", so Konstanze Morgenroth abschließend.

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