Rund 80 Einsatzkräfte des Landkreises Leipzig, Freiwilliger Feuerwehren und des Staatsbetrieb Sachsenforsts trainierten am 12. September 2026 gemeinsam im Colditzer Forst. Das Szenario: ein Waldbrand in einem Gebiet, in dem Löschwasser nicht direkt zur Verfügung steht. Die Einsatzkräfte mussten Wasser über mehrere Kilometer fördern, mit Tanklöschfahrzeugen transportieren und das Gebiet mit Drohnen erkunden.
Waldbrände fordern Feuerwehren besonders. In abgelegenen Waldgebieten fehlen oft Wasserentnahmestellen in unmittelbarer Nähe. Deshalb müssen die Einsatzkräfte Löschwasser über große Entfernungen zum Brand bringen. Das erfordert leistungsfähige Technik und vor allem ein gutes Zusammenspiel aller Beteiligten.
Alarm wie im Ernstfall
Die Übung begann wie ein echter Einsatz. Der Sachsenforst meldete einen angenommenen Waldbrand über den Notruf bei der Integrierten Regionalleitstelle Leipzig. Von dort wurden die vorgesehenen Einheiten alarmiert.
Nach der Anfahrt bauten die Einsatzkräfte ihre Führungsstrukturen auf und arbeiteten die gestellten Aufgaben ab. So konnten sie den gesamten Ablauf von der Alarmierung bis zum Einsatz im Wald unter möglichst realistischen Bedingungen trainieren.
Eine zentrale Aufgabe übernahmen der 1. und 2. Katastrophenschutzzug Löschwasserversorgung des Landkreises Leipzig. Sie bauten eine Löschwasserversorgung über eine lange Wegestrecke auf.
Dafür verlegten die Einsatzkräfte 172 B-Schläuche mit einer Gesamtlänge von rund 3.440 Metern durch den Forst. Das Wasser musste entnommen, über mehrere Kilometer weitergeleitet und schließlich am angenommenen Brandabschnitt abgegeben werden. Insgesamt flossen auf diesem Weg 92 m³ Löschwasser durch die Leitungen.
Parallel dazu brachten fünf Tanklöschfahrzeuge der Feuerwehren Borna, Colditz, Großbothen, Geithain und Kohren-Sahlis Wasser ins angenommene Einsatzgebiet.
Die Fahrzeuge pendelten zwischen Wasserentnahmestelle und Einsatzort. Auf diese Weise transportierten sie weitere 52 m³ Löschwasser.
Damit trainierten die Einsatzkräfte zwei wichtige Möglichkeiten, um einen Waldbrand mit ausreichend Wasser zu versorgen: die feste Schlauchleitung über eine lange Wegestrecke und den flexiblen Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen. Auch zwei Drohnen kamen zum Einsatz. Die Drohnenstaffeln aus Hohnstädt und Frankenhain trainierten, ihre Fluggeräte gleichzeitig im selben Luftraum einzusetzen.
Am Boden verfolgten die Einsatzkräfte die Livebilder auf ihren Monitoren. Auch die aktuellen Positionen der Drohnen waren jederzeit sichtbar. So konnte die Einsatzleitung das Gebiet aus der Luft überblicken und die Bilder für ihre Entscheidungen nutzen.
Gerade bei größeren Waldbränden helfen Drohnen dabei, schwer zugängliche Bereiche zu erkunden, die Ausbreitung des Feuers zu beobachten und Einsatzschwerpunkte frühzeitig zu erkennen.
Parallel zur Waldbrandübung trainierte der Sachsenforst ein eigenes Rettungsszenario. Dabei prüften die Mitarbeiter ihre Abläufe und spielten eine angenommene Rettungssituation praktisch durch.
Zugleich konnten Feuerwehr, Katastrophenschutz und Sachsenforst ihr Zusammenspiel im Wald trainieren. Bei einem tatsächlichen Waldbrand sind gute Absprachen und die Orts- und Geländekenntnisse des Forstpersonals besonders wichtig.
Gemeinsam für den Ernstfall trainiert
Mit rund 80 Einsatzkräften bot die Übung die Möglichkeit, Technik, Abläufe und das Zusammenspiel der verschiedenen Einheiten unter realistischen Bedingungen zu testen.
Dabei zeigte sich auch, an welchen Stellen die Beteiligten Abläufe weiter verbessern können. Die Erfahrungen aus der Übung fließen in die weitere Ausbildung ein und helfen dabei, die Einsatzkräfte auf mögliche Waldbrände im Landkreis Leipzig vorzubereiten.
Dank an alle Beteiligten
Ein herzliches Dankeschön gilt allen Kameradinnen und Kameraden der beteiligten Feuerwehren und Katastrophenschutzeinheiten sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Sachsenforsts. Mit ihrem Engagement und dem guten Zusammenspiel haben alle Beteiligten zu einer erfolgreichen Übung im Colditzer Forst beigetragen.
Zahlen und Fakten
<figure class="table">| Kennzahl | Ergebnis |
|---|---|
| Einsatzkräfte | rund 80 |
| Verlegte B-Schläuche | 172 |
| Länge der Schlauchleitung | 3.440 m |
| Wasser über lange Wegestrecke | 92 m³ |
| Wasser im TLF-Pendelverkehr | 52 m³ |
| Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr | 5 |
| Drohnen im Einsatz | 2 |
</figure>
Weitere beteiligte Feuerwehren und Einheiten
<figure class="table">| Einheit | Fahrzeug / Einsatzmittel | Funkrufname |
|---|---|---|
| FF Bad Lausick | DLK 23/12 | Fl. Bad Lausick 11.33.1 |
| FF Lauterbach | MTW | Fl. Lauterbach 11.19.1 |
| FF Colditz | ELW 1 | Fl. Colditz 11.11.1 |
| LF 16/12 KatS | Fl. Colditz 11.44.1 | |
| TLF 4000 | Fl. Colditz 11.24.1 | |
| GW-Logistik | Fl. Colditz 11.59.1 | |
| FF Hohnstädt | ELW Drohne | Fl. Hohnstädt 11.14.1 |
| Drohne | Fl. Hohnstädt Drohne | |
| FF Frankenhain | GW-Logistik | Fl. Frankenhain 11.70.1 |
| Drohne | Fl. Frankenhain Drohne | |
| FF Geithain | TLF 3000 | Fl. Geithain 11.26.1 |
| FF Großbothen | TLF 4000 | Fl. Großbothen 11.24.1 |
| FF Kohren-Sahlis | TLF 4000 | Fl. Kohren-Sahlis 11.24.1 |
| FF Borna | TLF 4000 | Fl. Borna 11.26.1 |
</figure>
1. Katastrophenschutzzug Löschwasserversorgung Landkreis Leipzig
<figure class="table">| Einheit / Fahrzeug | Funkrufname |
|---|---|
| ELW 1 – FF Borna | Fl. Borna 11.11.1 |
| SW 2000 – FF Borna | Fl. Borna 11.63.1 |
| LF 20 KatS – FF Großdalzig | Fl. Zwenkau 14.44.1 |
| LF 16-TS – FF Oelzschau | Fl. Oelzschau 11.45.1 |
</figure>
2. Katastrophenschutzzug Löschwasserversorgung Landkreis Leipzig
<figure class="table" style="float:left;">| Einheit / Fahrzeug | Funkrufname |
|---|---|
| ELW 1 – FF Bad Lausick | Fl. Bad Lausick 11.11.1 |
| LF 20 KatS – FF Bad Lausick | Fl. Bad Lausick 11.44.1 |
| SW 2000 – FF Gerichshain | Fl. Gerichshain 11.63.1 |
</figure>
Bilder

Brandbekämpfung vom Fahrzeug aus: Einsatzkräfte bekämpfen den simulierten Waldbrand von zwei Fahrzeugen aus und trainieren die gezielte Wasserabgabe im unwegsamen Gelände.

Rauch im Colditzer Forst: Ein Einsatzfahrzeug bahnt sich ist auf einem Waldweg einen Weg durch die künstlich erzeugten Rauchschwaden.

Glutnester im Blick: Zwischen den verlegten Schlauchleitungen gehen Einsatzkräfte gezielt gegen angenommene Glutnester auf dem Waldboden vor.

