Landrat Henry Graichen begrüßt die geplante Änderung des Gesetzes zur Sicherung der Stromversorgung. Die Bundesregierung will damit den Bau moderner, hochflexibler Gaskraftwerke künftig auch in Nord- und Ostdeutschland ermöglichen. Der bisher vorgesehene regionale Bonus für Kraftwerksstandorte in Süddeutschland hätte Projekte in Nord- und Ostdeutschland – und damit auch im Mitteldeutschen Revier – bei den Ausschreibungen deutlich benachteiligt.

„Die geplante Gesetzesänderung sorgt für fairere Wettbewerbsbedingungen. Sie eröffnet auch Standorten in Ostdeutschland die Chance, einen wichtigen Beitrag für die künftige Stromversorgung zu leisten. Davon profitiert auch das Mitteldeutsche Revier“, sagt Landrat Henry Graichen.

Nach den aktuellen Planungen sollen Bundestag und Bundesrat die Gesetzesänderung noch in dieser Woche beschließen. Der Freistaat Sachsen hatte sich im Vorfeld nachdrücklich für ausgewogene Ausschreibungsbedingungen eingesetzt.

Wichtiges Signal

Für Graichen ist die Neuausrichtung zugleich ein wichtiges Signal für den Strukturwandel. „Mit dem Ausstieg aus der Braunkohleverstromung hat der Bund zugesagt, Versorgungssicherheit, wettbewerbsfähige Strompreise, Klimaschutz und den Strukturwandel gleichrangig zu verfolgen. Diese Ziele lassen sich nur gemeinsam erreichen. Deshalb müssen die Regionen, die den Wandel tragen, auch faire Chancen auf neue Investitionen und zukunftsfähige Arbeitsplätze erhalten.“

Neue Perspektiven für Standort Lippendorf

Eine solche Perspektive sieht Graichen im geplanten Neubau eines Gaskraftwerks am Standort Lippendorf. Die LEAG plant dort ein modernes und hochflexibles Kraftwerk. Es soll die Stromversorgung in Zeiten schwankender Einspeisung aus Wind- und Solarenergie absichern und gleichzeitig den Energiestandort stärken. Für die Beschäftigten eröffnet das Projekt neue Perspektiven und führt die Kraftwerkstradition in Lippendorf fort. Mit dem Neubau würde dort die vierte Kraftwerksgeneration entstehen.

„Lippendorf verfügt über eine leistungsfähige Infrastruktur, hohe energiewirtschaftliche Kompetenz und hervorragend ausgebildete Fachkräfte. Es ist deshalb folgerichtig, dass der Standort bei den Ausschreibungen die gleichen Chancen erhält wie vergleichbare Standorte in anderen Regionen Deutschlands“, betont Graichen.