Die Landesdirektion Sachsen hat das zweite Jahr des Doppelhaushalts 2025/2026 des Landkreises Leipzig genehmigt. Damit können auch im Jahr 2026 wichtige Investitionen in Straßenbau, Bildung sowie weitere Infrastrukturmaßnahmen angeschoben und fortgeführt werden - Darunter folgende Projekte:
Für die Kreisstraßen sind rund 7 Millionen Euro für 15 verschiedene Maßnahmen vorgesehen. Das größte Einzelprojekt ist der Ersatzneubau der Brücke über die Weiße Elster bei Kleindalzig.
Für das Betriebsgebäude und die Großfahrzeughalle der Straßenmeisterei Borna stehen 3 Millionen Euro zur Verfügung.
Für Ersatz- und Neubeschaffungen von Fahrzeugen und Geräten der Straßenmeistereien sind 820.000 Euro eingeplant.
Im Bereich Bildung sind Hoch- und Tiefbaumaßnahmen an den Schulen des Landkreises vorgesehen, insbesondere an den beruflichen Schulzentren, mit einem Gesamtvolumen von rund 2 Millionen Euro.
Insgesamt plant der Landkreis Investitionen von rund 14,1 Millionen Euro. Da die Eigenmittel hierfür nicht ausreichen, dürfen - wie von der Landesdirektion bestätigt - Kredite von rund zwei Millionen Euro zur Finanzierung notwendiger Investitionen aufgenommen werden. Gleichzeitig werden investive Darlehen in Höhe von etwa 1,5 Millionen Euro getilgt, sodass der Landkreis trotz Neuaufnahmen die langfristige Kreditentwicklung im Blick.
Landrat Henry Graichen erklärt: "Wir begrüßen die Genehmigung unseres Haushalts durch die Landesdirektion. Sie ermöglicht es uns, zentrale Aufgaben fortzuführen und notwendige Zukunftsinvestitionen in Infrastruktur, ÖPNV sowie Bildung zu sichern. Gleichzeitig bleibt unsere finanzielle Lage angespannt. Die gesetzlichen Aufgaben der Landkreise wachsen stetig, ohne dass ihre Finanzierung gesichert ist. Als Landkreis erfüllen wir 99 Prozent Pflichtaufgaben, vor allem im sozialen Bereich - dafür brauchen wir eine verlässliche Grundlage."
Die Landesdirektion wies in ihrem Bescheid auch nochmal darauf hin, dass der Landkreis weiterhin kein ausgeglichenes Ergebnis ausweist und die Zahlungsfähigkeit nur noch über die Inanspruchnahme von Kassenkrediten gesichert ist. Aufgrund der außergewöhnlichen Haushaltslage wurde der Haushalt unter Auflagen genehmigt. Bis spätestens zum Haushaltsjahr 2029 muss der Landkreis ein Haushaltsstrukturkonzept vorlegen, das konkrete Schritte zur Einnahmensteigerung und Ausgabenreduktion definiert.
Landrat Graichen betont jedoch erneut, dass kommunale Handlungsmöglichkeiten begrenzt bleiben: "Wir benötigen eine strukturelle und dauerhafte Finanzierung, damit wir unseren gesetzlichen Verpflichtungen nachkommen und gleichzeitig die Entwicklung unseres Landkreises sichern können. Nur so lassen sich Projekte der Infrastruktur, der Daseinsvorsorge und des ÖPNV langfristig finanzierbar halten. Millionenlöcher können nicht dauerhaft mit Krediten geschlossen werden." Der Landkreis setzt sich daher weiterhin aktiv für eine solide und zukunftsfeste Finanzierung der kommunalen Ebene in Sachsen ein.