Rund 40 Fachkräfte, politische Vertreter und Jugendliche kamen Ende Oktober im Kulturkino Zwenkau zur Fachtagung „Jugendbeteiligung im Landkreis Leipzig“ zusammen, um über die Rahmenbedingungen und Herausforderungen erfolgreicher Jugendbeteiligung zu diskutieren.
Die ganztägige Veranstaltung wurde vom Flexiblen Jugendmanagement (Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig e.V.) in Kooperation mit dem Jugendamt Landkreis Leipzig organisiert und mit Mitteln des Freistaates Sachsen unterstützt. Sie ist Teil des landkreisweiten Konzeptes zur Umsetzung des § 43a der Sächsischen Landkreisordnung, das eine verstärkte Beteiligung von Jugendlichen an Planungen und Vorhaben vorsieht.
Susann Rüthrich, Sächsische Kinder- und Jugendbeauftragte, betonte die Bedeutung der Jugendbeteiligung für die Zukunftsfähigkeit der Kommunen. „Mitsprache stärkt Demokratie und Identifikation mit der Region“, so Rüthrich. Sie hob auch den Zusammenhang zwischen Jugendbeteiligung, Mobilität und Lebensqualität hervor und unterstrich, wie wichtig es sei, junge Menschen in die kommunale Planung einzubeziehen.
Yannick Anders und Konrad Kiebs vom Jugendparlament Wurzener Land teilten ihre Erfahrungen und Herausforderungen der Jugendbeteiligung. Sie lobten die zunehmende Unterstützung durch solche Veranstaltungen und führten ein Interview mit Rüthrich für den Podcast des Jugendparlaments.
Ulrike Läbe vom Flexiblen Jugendmanagement betonte die Bedeutung von Begegnungsorten, an denen Jugendliche ihre Ideen einbringen können. Sarah Tilschner, Jugendhilfeplanerin, berichtete über erste Erfolge der Konzeptumsetzung und die Wichtigkeit der Beziehungsarbeit. Gerd Langner vom Inklusionsnetzwerk ergänzte die Diskussion um den Aspekt der Teilhabegerechtigkeit für Jugendliche mit Behinderungen.
Pascal Németh, Bürgermeister von Rötha, und Cornelia Hanspach aus Wurzen bekräftigten ihre Bereitschaft, Jugendbeteiligung stärker in kommunale Entscheidungsprozesse zu integrieren. Németh hob zudem die Potenziale der Digitalisierung hervor, merkte jedoch humorvoll an: „Was digitale Jugendbeteiligung angeht, da sind wir noch in der Steinzeit.“
Johanna Probst von der Servicestelle Jugendbeteiligung verdeutlichte, dass es nicht „die eine Methode“ für erfolgreiche Jugendbeteiligung gibt, sondern einen Mix aus verschiedenen Ansätzen braucht, um unterschiedliche junge Menschen zu erreichen.
Ines Lüpfert, 2. Beigeordnete des Landkreises Leipzig, resümierte, dass der Fachtag den regen Austausch zwischen Verwaltung, Politik und der jungen Generation gezeigt habe. Der Dialog müsse fortgesetzt werden, um die Jugendbeteiligung strukturell weiterzuentwickeln.
Für mehr Jugendbeteiligung wurde auch ein wichtiger Schritt im letzten Kreistag des Landkreises Leipzig gemacht: Auf Antrag wurde beschlossen, dass die Vorsitzende des Kreisschülerrates als beratendes Mitglied im Jugendhilfeausschuss mitwirkt, um die Stimme der jungen Generation direkt in die kommunalen Entscheidungsprozesse einzubringen.
Im Jugendamt Landkreis Leipzig steht als Ansprechpartner zur Verfügung:
Ahmet Madak, E-Mail: Jugendbeteiligung(at)lk-l(dot)de
