Landkreis Leipzig. Einen Beruf kann man sich erklären lassen. Oder man erlebt ihn: Spuren an einem Tatort sichern, Auszubildenden über die Schulter schauen, eine Maschine ausprobieren und mit Menschen sprechen, die den Beruf jeden Tag ausüben. Dafür steht „SCHAU REIN! – Woche der offenen Unternehmen“ in Sachsen seit inzwischen 20 Jahren.
Am 17. September 2026 zeichnete der Landkreis Leipzig im neuen Polizeirevier Borna Unternehmen und Schulen aus, die sich besonders für die Aktionswoche einsetzen. Geehrt wurden die „Best Practice 2026“-Preisträger sowie Partner, die „SCHAU REIN!“ bereits seit den Anfängen begleiten.
„Berufsorientierung ist dann besonders wertvoll, wenn junge Menschen Berufe nicht nur beschrieben bekommen, sondern sie selbst erleben können“, sagte Landrat Henry Graichen. „Mein Dank gilt den Unternehmen, Schulen und allen Beteiligten, die ihre Zeit und Erfahrung einbringen und Jugendlichen berufliche Perspektiven in unserer Region zeigen.“
Polizeiarbeit zum Ausprobieren
Wie praktisch Berufsorientierung sein kann, zeigte in diesem Jahr das Polizeirevier Borna. Dafür erhielt es die Auszeichnung „Best Practice 2026“.
Während der „SCHAU REIN!“-Woche vom 9. bis 14. März 2026 hatten die Polizeikräfte für die Jugendlichen mehrere Einsatzlagen vorbereitet: Unfallflucht, Einbruch und Diebstahl. Gemeinsam untersuchten sie Tatorte und sicherten mit der Kriminaltechnik Spuren. Später tauchte auf dem Gelände ein vermeintlicher Verdächtiger auf, bei dessen Suche auch ein Schutzhund zum Einsatz kam.
Erst zum Ende wurde aufgelöst, dass die Einsätze inszeniert waren. Bis dahin waren die Jugendlichen mittendrin und bekamen einen konkreten Eindruck davon, wie vielseitig Polizeiarbeit sein kann.
Drei Schulen, drei gute Gründe
Auch Schulen tragen dazu bei, dass Jugendliche die Angebote von „SCHAU REIN!“ nutzen. Drei von ihnen wurden als „Best Practice 2026“ ausgezeichnet.
Die Rudolf-Hildebrand-Schule Markkleeberg ist seit 2022 verlässlich dabei. 2026 nahmen 120 Schülerinnen und Schüler teil. Bei der Paul-Guenther-Oberschule Geithain zeigt sich eine besonders deutliche Entwicklung: von einer Teilnahme im Jahr 2025 auf 29 Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr. Die Oberschule Kitzscher zeigt seit vielen Jahren, dass auch eine vergleichsweise kleine Schule viele Jugendliche für die Aktionswoche gewinnen kann. 2026 nahmen 42 Schülerinnen und Schüler teil.
Alle drei Schulen wurden mit einer Urkunde und jeweils 200 Euro ausgezeichnet. Während die Vertreterinnen und Vertreter aus Geithain und Kitzscher ihre Auszeichnung persönlich entgegennehmen konnten, konnte die Rudolf-Hildebrand-Schule bei der Übergabe vor Ort nicht dabei sein – Urkunde und Preisgeld erhält sie selbstverständlich ebenfalls.
Partner der ersten Stunde
Besonders gewürdigt wurden außerdem Unternehmen und Schulen, die „SCHAU REIN!“ seit den Anfängen und weitestgehend ohne Unterbrechung begleiten. Als „Unternehmen der ersten Stunde“ wurden die Holl GmbH, die anona GmbH und die Backhaus Hennig GmbH ausgezeichnet. Die Dinter-Oberschule Borna, die Sofienschule Colditz und die Oberschule Pegau erhielt die Auszeichnung „Schule der ersten Stunde“. Sie begleiten „SCHAU REIN!“ seit den Anfängen und haben ihren Schülerinnen und Schülern viele Einblicke in Betriebe und Berufe ermöglicht.
Interesse wächst weiter
Seit Ende 2015 steuert der Landkreis Leipzig „SCHAU REIN!“ in der Region, seit November 2016 unterstützt ihn dabei die ZAROF. GmbH. 2026 stiegen sowohl die Zahl der Unternehmensangebote und verfügbaren Plätze als auch die Zahl der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erneut deutlich an.
Für Jugendliche bietet „SCHAU REIN!“ die Gelegenheit herauszufinden, was ihnen liegt – und manchmal auch, was nicht. Unternehmen können zeigen, was hinter einem Beruf steckt und welche Ausbildungswege es direkt in der Region gibt. Die nächste Gelegenheit dazu gibt es vom 8. bis 13 März 2027. Unternehmen können sich bereits jetzt für die "SCHAU REIN! – Woche der offenen Unternehmen" in 2027 anmelden: https://www.schau-rein-sachsen.de/unternehmen/woche-der-offenen-unternehmen/
Bilder

Polizeiarbeit zum Ausprobieren: Das Polizeirevier Borna wurde für sein besonders praxisnahes Angebot bei „SCHAU REIN!“ als „Best Practice 2026“ ausgezeichnet. hier konnten die Jugendlichen unter anderem Tatorte untersuchen, Spuren sichern und realitätsnahe Einsätze erleben.

Anerkennung für besonderes Engagement: Landrat Henry Graichen überreichte die Urkunde an Vertreterinnen und Vertreter der Polizei. Im Bild von links: Frank Winkler, Revierleiter in Borna, Alexander Beitz, Leiter des Führungsstabs und Susan Danz, Bürgerpolizistin (v.l.n.r.).

Unternehmen der ersten Stunde: Seit den Anfängen von „SCHAU REIN!“ engagieren sich die HOLL GmbH, die anona GmbH und die Backhaus Hennig GmbH für die Berufsorientierung junger Menschen. Dafür wurden sie als „Unternehmen der ersten Stunde“ geehrt. Im Bild von links: Mareike Hoffmann und Rainer Ahnert (anona GmbH), Ines Rathmann (HOLL GmbH) und Martin Hennig (Backhaus Hennig GmbH) sowie Landrat Henry Graichen.

Starke Partner bei der Berufsorientierung: Die Paul-Guenther-Oberschule Geithain und die Oberschule Kitzscher wurden als „Best Practice 2026“ ausgezeichnet. Sie überzeugten mit kontinuierlich hoher Beteiligung, deutlichem Teilnehmerzuwachs und langjährigem Engagement für „SCHAU REIN!“. Im Bild von links: Constanze Kahdemann und Schulleiter Danny Röwer (Oberschule Kitzscher), Romy Kuschniak (Agentur für Arbeit, Berufsberaterin) und Ramona Pinder und Udo Berger (Paul-Guenther-Oberschule Geithain). Die Rudolf-Hildebrand-Schule Markkleeberg war bei der Übergabe nicht persönlich vertreten, bekommt die Auszeichnung natürlich trotzdem.

Schulen der ersten Stunde: Die Dinter-Oberschule Borna, die Sophienschule Colditz und die Oberschule „Frédéric Joliot-Curie“ Pegau begleiten „SCHAU REIN!“ seit den Anfängen und wurden für ihr langjähriges Engagement als „Schule der ersten Stunde“ ausgezeichnet. Im Bild von links: Doreen Snicinski, Schulleiterin der Dinter-Oberschule Borna, Christian Hofmann (Oberschule „Frédéric Joliot-Curie“ Pegau) und Monika Guhlmann (Sophienschule Colditz).