Nach Beendigung des Abbaues eines Bodenschatzes ergeben sich für die vielfältigen Formen der Tagebaue in unserer Region zahlreiche Möglichkeiten einer Nachnutzung. Auf den ersten Blick ist die natürliche Entwicklung einer solchen Fläche wenig spannend. Dabei hat gerade die Idee "Natur, Natur sein lassen" einen besonderen Reiz für am Geschehen interessierte Bürger.

Im Naturschutzgebiet "Bockwitz" bei Borna, dem mit 545,4 ha größten im Landkreis Leipzig, kann sich die Natur auf großen Flächen frei entwickeln. Der nördliche Bereich des ehemaligen Tagebaus befindet sich außerhalb des Naturschutzgebietes und soll zur Naherholungsnutzung entwickelt werden.

Der Reiz liegt für Besucher des Schutzgebietes darin, diese Prozesse zu verfolgen und sich nach der langen Phase der Landschaftszerstörung am Werden zu erfreuen. Damit dieses in unserer Region auf großer Fläche einmalige Geschehen auch so naturnah wie möglich ablaufen kann, ist eine Besucherlenkung unumgänglich. An erster Stelle ist das Wegegebot zu nennen. Das Schutzgebiet wird von zahlreichen Wegen durchzogen. Von diesen Wegen aus gibt es verschiedene Aussichtspunkte, die einen guten Überblick ermöglichen und vielfältige Naturbeobachtungen zulassen. Weiterhin ist es im Schutzgebiet verboten Feuer zu entfachen und zu unterhalten, zu zelten und zu lagern und in den Gewässern zu baden. Kurz gesagt - jeder Besucher muss alles unterlassen, was sich störend auf die Tier- und Pflanzenwelt auswirken könnte.

Seit Mai diesen Jahres sind im Auftrag des Umweltamtes Landratsamt Leipzig ehrenamtliche Naturschutzhelfer im Naturschutzgebiet "Bockwitz" tätig, speziell um die Einhaltung der Verordnung zum Naturschutzgebiet zu überwachen. Diese ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger sprechen Besucher, sollten sie sich außerhalb der Wege befinden, gezielt an und informieren sie über die Inhalte des Schutzzweckes. Im Gespräch mit den Besuchern werden Fachfragen beantwortet und Informationsmaterial übergeben. Bei Verstößen, etwa das Baden in einem der Seen außerhalb der zugelassenen Stellen, werden die Personalien festgestellt und die Betroffenen gebeten sich umgehend an das ausnahmslos geltende Wegegebot zu halten. Mit wenigen Ausnahmen wurden bisher diese sachlich vorgebrachten Aufforderungen der ehrenamtlichen Naturschutzhelfer mit Verständnis zur Kenntnis genommen und von den jeweiligen Besuchern unmittelbar befolgt. Bisher konnte daher das Umweltamt auf die Einleitung von Bußgeldverfahren verzichten.

Im Sinne der Erhaltung unserer Schutzgüter bittet das Umweltamt die Besucher des Naturschutzgebietes Bockwitz um Verständnis und dringende Einhaltung der Regelungen der Schutzgebietsverordnung.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Petra Klaeffling.