Der Landkreis Leipzig ändert im Zuge eines neuen Erlasses des Freistaats Sachsen die Allgemeinverfügung über die Absonderung von engen Kontaktpersonen, von Verdachtspersonen und von positiv auf das Corona-Virus getesteten Personen. Sie tritt am 22. September in Kraft und gilt bis 31. Oktober 2021 und steht im Dokumentendowload bereit. 

Folgende Regelungen gelten nun:

Regeln für enge Kontaktpersonen

Nicht jeder Kontakt zu einer infizierten Person (Quellfall) ist relevant. Als enge Kontaktperson gilt man dann, wenn der Kontakt die folgenden Kriterien erfüllt:

  • insbesondere Personen, die mit der infizierten Person in einem Hausstand leben
  • Kontakt bis zu 48 Stunden vor dem Auftreten von Symptomen bei der infizierten Person
  • Kontakt zwei Tage vor einem positiven Corona-Test bei der symptomfreien infizierten Person

Art des Kontakts:

  • wenn Kontakt zur positiv getestete Person über einen Zeitraum von mindestens 10 Minuten bei weniger als 1,5 Meter Abstand, ohne adäquater Schutz bestand. Adäquater Schutz bedeutet, dass von den Beteiligten eine medizinische Maske (OP- oder FFP2-Maske) durchgehend und korrekt getragen wurde. Korrekt bedeutet eng anliegend sowie Mund und Nase bedeckend.
  • wenn ein Gespräch ("face-to-face-Kontakt", Abstand unter 1,5 Meter) zwischen Kontaktperson und infizierter Person stattgefunden hat, unabhängig von der Gesprächsdauer und ohne adäquaten Schutz
  • wenn sich Kontaktperson und Quellfall für länger als 10 Minuten im selben Raum mit wahrscheinlich hoher Konzentration infektiöser Aerosole unabhängig vom Abstand aufgehalten haben, auch wenn eine medizinische Maske durchgehend und korrekt getragen wurde.
  • bei direktem Kontakt zu Sekreten einer infizierten Person

Verhalten als enge Kontaktperson:

  • Hausstandsangehörige müssen sich unverzüglich nach Kenntniserlangung von dem positiven Testergebnis der im Hausstand wohnenden Person in Absonderung begeben
  • "andere" enge Kontaktpersonen müssen sich auf Anordnung des Gesundheitsamtes absondern. Das Gesundheitsamt nimmt die Kontaktdaten auf und belehrt die Kontaktperson zunächst mündlich über die einzuhaltenden Maßnahmen

Ausnahmeregelungen:

Folgende Personengruppen sind von der Quarantäne befreit:

  • Personen, die vor maximal sechs Monaten bereits selbst eine molekulardiagnostisch bestätigte SARS-CoV-2 Infektion (positiver PCR-Test) hatten und deren Quarantäne beendet ist
  • Personen, die vollständig geimpft wurden, ab dem 15. Tag nach Gabe der letzten Impfdosis
  • Personen, die in der Vergangenheit eine PCR-bestätigte Infektion durchgemacht haben ("Genesene") und mit einer Impfstoffdosis geimpft sind
  • Voraussetzung dafür ist der Nachweis der Impfung(en) bzw. einer vorangegangenen Covid-19-Infektion (PCR-Testergebnis) und eine Symptomfreiheit der Kontaktperson. Entwickeln Kontaktpersonen, die von der Quarantänepflicht befreit sind, Covid-19-typische Symptome, müssen sich diese in Quarantäne begeben und eine zeitnahe Testung veranlassen.

Quarantäneregeln für Kontaktpersonen:

Die Quarantäne endet ohne nochmalige Rücksprache mit dem Gesundheitsamt:

  • für Kontaktpersonen ohne Krankheitssymptome: 10 Tage nach dem letzten Kontakt zur positiv getesteten Person
  • es besteht die Möglichkeit, die Quarantäne zu verkürzen: frühestens am 5. Tag mit einem PCR-Test oder ab dem 7. Tag mit einem professionellen Antigen-Schnelltest (empfohlen wird die Testung in einem Testzentrum des Gesundheitsamtes). Diese Tests sind für Kontaktpersonen kostenlos. Das negative Ergebnis ist dem Gesundheitsamt per E-Mail an hygiene@lk-l.de zuzusenden. Die Quarantäne gilt nach dem Versenden der E-Mail mit sofortiger Wirkung als beendet. Im Nachgang wird dann ein aktualisierter Bescheid zum Quarantänezeitraum verschickt.
  • für die Dauer der Quarantäne und eine Woche danach besteht die Pflicht zum Führen eines Symptom- und Kontakttagebuches (Beispiel 1, Beispiel 2), welches abgefragt werden kann. Für eine Woche nach Ende der Quarantäne sollten auch die Kontakte noch reduziert werden.
  • sollten Kontaktpersonen selbst Symptome entwickeln, müssen sie sich schnellstmöglich testen lassen

Regeln für Verdachtspersonen

  • Personen, die Symptome zeigen, und für die das Gesundheitsamt eine Testung veranlasst hat oder nach ärztlicher Beratung einen Test haben machen lassen
  • Personen, die sich selbst mit einem sogenannten Schnelltest positiv getestet haben, müssen einen PCR-Test machen lassen, bis zu dessen Ergebnis gelten sie als Verdachtspersonen.
  • wenn der PCR-Test positiv ausfällt, gelten die Regelungen für positiv Getestete
  • wenn der PCR-Test negativ ausfällt, ist die Quarantäne automatisch beendet

Regeln für positiv getestete Personen

  • Personen, die Kenntnis über ein positives Testergebnis haben
  • Nach Kenntniserlangung müssen sie sich unverzüglich absondern
  • Die positive getestete Person ist verpflichtet, sich beim Gesundheitsamt zu melden
  • Sie müssen ihre Hausstandsangehörigen unverzüglich informieren
  • Die Absonderung endet grundsätzlich nach 14 Tagen, wenn keine Symptome aufgetreten sind
  • Wenn Symptome auftreten, endet die Absonderung frühestens nach 14 Tagen, wenn die am Ende der Frist in den letzten 48 Stunden symptomfrei ist
  • Wenn eine Infektion nachweislich fortbestehen bleibt, kann die Absonderung um sieben Tage verlängert werden
  • Bei asymptomatisch positiv getesteten Personen, die vollständig geimpft sind, kann das Gesundheitsamt die Absonderung verkürze

Dokumente (Download)

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Belinda Reg´n.