Aufstallungspflicht in Risikogebieten

Aufgrund zweier Geflügelpestfälle im Landkreis Leipzig ist in Sachsen durch die örtlichen Veterinärämter eine risikoorientierte Stallpflicht für Geflügel anzuordnen. Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt (LÜVÄ) hat daher eine Allgemeinverfügung zur Aufstallungspflicht für Geflügel (außer Laufvögeln) in Risikogebieten erlassen.

Danach haben Geflügelhalter, die Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Wachteln, Enten und Gänse entweder in einer Entfernung von 500 m oder weniger zu den Risikogebieten halten und/oder deren Geflügelbestände sich auf dem Gebiet bestimmter Ortslagen mit hoher Geflügeldichte befinden, haben ihr Geflügel unverzüglich in geschlossenen Ställen oder unter einer Schutzvorrichtung (Vorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung bestehen muss, wobei Netze oder Gitter, die zur Abdeckung nach oben genutzt werden, nur anerkannt werden, wenn ihre Maschenweite maximal 25 mm beträgt), aufzustallen.

Als Risikogebiete gelten Gebiete, in dem sich wildlebende Wasservögel sammeln wie Feuchtbiotope und Uferflächen von Flüssen, Seen oder Teichen. Im Landkreis Leipzig sind dies die Verläufe der Mulde, einschließlich beider Zuflüsse Zwickauer und Freiberger Mulde, der Weißen Elster, viele Seen und Teiche. In der Allgemeinverfügung zur Aufstallung im Dokument Download finden Sie die geltenden Regelungen sowie der genaue Auflistung der Risikogebiete.

Ausbrüche in Mutzschen am 25.12.2020 und Roda am 30.12.2020

In einer  gewerblichen Gänsehaltung in Mutzschen wurde am 25.12.2020 der Ausbruch der Geflügelpest amtlich festgestellt. Dieser Bestand mit etwa 9.000 Tieren wurde bereits am ersten Weihnachtsfeiertag geräumt und die Anlage desinfiziert. Wenige Tage später bestand in einer privaten Hühnerhaltung in Roda nahe Mutzschen in Folge eines auffälligen Verlustgeschehens am 28.12.2020 der amtliche Verdacht auf Ausbruch der Geflügelpest. Dieser wurde durch das Friedrich-Löffler-Institut bestätigt. Am 29.12.2020 wurde dauch dieser Geflügelbestand aufgelöst, wobei die noch lebenden etwa 52 Hühner getötet werden mussten. In einer weiteren Allgemeinverfügung wurde der zweite Ausbruch festgestellt und das Sperr- und Beobachtungsgebiet in nord-westliche Richtung erweitert.

Die genauen Regelungen sowie die Ausdehnung der Sperr- und Beobachtungsgebiete sind in den Allgemeinverfügungen zu den Ausbrüchen in Mutzschen am 25.12.2020 und Roda am 30.12.2020 festgelegt, die Sie im Dokument Download. finden. Beide Verfügungen enthalten umfangreiche Pflichten zur Aufstallung, Meldung, Verbringungsverbote, Reinigung und Desinfektion und weitere Sicherheitsmaßnahmen.

Beide Restriktionsgebiete können Sich auch der folgenden Karte im Geoportal entnehmen. Dort finden Sie bitte auf "Aktuelles"-"Ausbruch Geflügelpest" klicken oder auch  "Gesundheit"/"Lebensmittelüberwachung"/"Geflügelpest". http://www.geoportal-lkl.de/?AspxAutoDetectCookieSupport=1

Es ergeht der dringende Appell an Geflügelhalter, die sich bislang noch nicht gemeldet haben, ihre Bestände beim Veterinäramt nachzumelden. Zudem erfolgt der Hinweis, dass die Tierhalter verpflichtet sind, sich bei der sächsischen Tierseuchenkasse zu melden. Dies und die Beitragszahlung stellt die Voraussetzung für die Entschädigung im Tierseuchenfall dar.

Alle Allgemeinverfügungen sowie weitere Informationen finden sie hier: https://www.landkreisleipzig.de/gefluegelpest.html

Weitere Informationen zur Geflügelpest finden Sie auf der Seite des Friedrich-Löffler-Instituts: https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/aviaere-influenza-ai-gefluegelpest/

Dokumente (Download)

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Brigitte Laux.