Presseinformation der Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland

Das Leipziger Neuseenland und dessen Wasserwanderkurse erfreuen sich wachsender Beliebtheit bei Touristen und Einheimischen auf der Suche nach Erholung und sportlicher Betätigung. Am 15.12.2017 wurde im Rahmen der Sitzung der Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland ein weiterer wichtiger Baustein für die Entwicklung des Wassertourismus in der Region vorgestellt. Um Wassersportlern mit muskelbetriebenen Kanu-, Paddel- und Freizeitbooten Möglichkeiten zum Rasten und einfachen Übernachten anzubieten, ist in einem umfangreichen Prozess die "Konzeption zur Ausstattung des touristischen Gewässerverbundes Leipziger Neuseenland mit Kanurast- und Kanu-Biwak-/Zeltplätzen" im Auftrag des Grünen Ringes Leipzig erarbeitet worden. Für die Gewässerkurse 1, 1a, 3, 5 und 6 werden insgesamt 13 Standorte für eine kurz- bis mittelfristige Umsetzung vertiefend betrachtet und für die Kurse 2 und 3 drei mögliche Standorte für eine langfristige Umsetzung beschrieben.

Dr. Carlo Becker Geschäftsführer des beauftragten Büros bgmr Landschaftsarchitekten ist überzeugt, dass "… mit dieser Konzeption die Region gut aufgestellt ist, den Wassertourismus weiter zu fördern und gleichzeitig die Naturverträglichkeit zu sichern." Denn die geplanten Rast- und Biwakplätze sollen nicht nur die wirtschaftliche Wertschöpfung in der Region stärken, sondern darüber hinaus das 'wilde' Anlanden und Rasten in empfindlichen Naturräumen und damit die Zerstörung der Böschungen und Uferzonen durch gezielte Besuchersteuerung vermeiden helfen. Hier spielt auch die Ausstattung der Rast- und Biwakplätze eine wichtige Rolle. Die Anlagen sollen gewisse Anforderungen erfüllen. Dazu gehören die Möglichkeit zum nutzergerechten Anlegen, wasserseitige Ausschilderung, Informationstafeln zum Gewässer, ein zugängliches WC und Abfalleimer. Weitere allgemeine Anforderungen sind Wiesenflächen mit Schatten und Sonne für den Aufenthalt und das sichere Lagern der Boote. Bei Kanu-Biwak-/Zeltplätzen sind außerdem eine Schutzhütte, eine Dusche und/oder fließend Wasser sowie Sitzgelegenheiten mit Feuerfläche oder Grillplatz wünschenswert.

Zusammenfassend wird festgestellt, dass die Studie die notwendigen und wünschenswerten Standorte zum Rasten und Übernachten gemeindeübergreifend darstellt und damit die Grundlage für eine abgestimmte Planung in den nächsten 10 bis 20 Jahren bildet. Gewässerökologische und naturschutzfachliche Gesichtspunkte wurden bei der Planung frühzeitig berücksichtigt. Weitere Informationen im Internet unter www.gruenerring-leipzig.de.

 Schleusennutzung im Leipziger Neuseenland so hoch wie nie!

Der Bürgerdienst LE hat auch in diesem Jahr wieder detailliert gezählt und die Daten für die Nutzung der Schleusen in Connewitz und Cospuden für die Saison 2017 erhoben und vorgelegt.
Mit insgesamt  27.807 geschleusten Booten in den Schleusen Connewitz und Cospuden wurde der höchste Stand seit Beginn der Erfassung 2011 verzeichnet. Die Schleuse Connewitz erreichte mit 19.340 geschleusten muskelgetriebenen Booten in der Betriebszeit zwischen April und Oktober 2017 einen neuen Rekordwert.
An der Kanuparkschleuse in Markkleeberg ist die Zahl von 1.943 geschleusten Booten geringfügig höher als im Jahr 2016.

Im deutschlandweiten Vergleich liegt die Schleuse Connewitz mit 19.920 geschleusten Booten 2017 noch ein weites Stück hinter der verkehrsdichtesten Wasserstraße der Bundesrepublik - der Müritz-Havel-Wasserstraße mit 40.500 Booten an der Schleuse Diemitz oder 35.600 Booten an der Schleuse Canow (2016, WSA Eberswalde).

Die Vergleichbarkeit der Schleusen im Leipziger Neuseenland mit denen in anderen beliebten Wassersportrevieren ist nicht so leicht gegeben. Zum Beispiel ist die Lage zu (Groß-)Städten sehr verschieden, sowie die Verteilung der Nutzung zwischen muskelbetrieben, motorbetrieben Booten oder der Fahrgastschifffahrt ist sehr unterschiedlich. Teilweise gibt es in anderen Wasserrevieren auch noch Güterverkehr und nicht wenige heute überwiegend touristisch genutzte Schleusen bestehen aufgrund der aus der Frachtschifffahrt gewachsenen Gewässerinfrastruktur.

Dennoch ist die Schleusennutzung im Leipziger Neuseenland durchaus mit der in anderen Revieren vergleichbar und teilweise wesentlich höher! Beispielsweise passierten die Schleuse Hollerich (zwischen Lahnstein und Limburg) an der wassertouristisch beliebten Lahn 6.759 Boote, davon 5.160 muskelgetriebene Boote (2016). Die Stadtschleuse Brandenburg an der Havel (Sportbootschleuse) verzeichnete 13.052 geschleuste Boote insgesamt (2016), davon 3.456 muskelgetriebene Boote. In Königswusterhausen (Dahme-Wasserstraße) wurden 2016 insgesamt 16.715 Boote - davon 3.456 muskelbetrieben - durch die Neue Mühle geschleust.

Das Leipziger Neuseenland liegt damit im grundsätzlichen deutschlandweiten Trend. Entsprechend der Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie "Die wirtschaftlichen Potenziale des Wassertourismus in Deutschland" (in Bezug auf Bundeswasserstraßen, 2016) ist muskelbetriebenes Wasserwandern sehr beliebt und seit Jahren auf einem kontinuierlichen Wachstumskurs. Wassertouristische Infrastruktur, wie z.B. Ein-/Ausstiegsstellen, Biwakplätze oder Gastronomie erhöhen entsprechend dieser Studie die Potenziale für die wassertouristische Nutzung.

Das Leipziger Neuseenland wird mit der Erhöhung der Qualität der Ausstattung des Gewässerverbunds Leipziger Neuseenlands die Attraktivität für Wasserwanderer erhöhen. Dazu dient unter anderen auch die heute vorgestellte Konzeption für Kanurast- und Kanu-Biwak-/ Zeltplätze.

Weitere Informationen zu den Hintergründen finden Sie im Dokument Download.

 

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Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Brigitte Laux.