"Eine Integration ist dann gelungen, wenn fremde Menschen hier angekommen sind und am Alltag und dem gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Das sind immer ruhige, selbstverständliche Dinge, die die Wurzener im Umgang täglich leisten und auch mittragen. Davon bin ich überzeugt. Was aber immer wieder auffällt ist die Aggression und die Gewaltbereitschaft, die sich in Wurzen bei einem bestimmten Personenkreis finden lässt. Diese Pöbel-Bilder brennen sich leider ein.

Viel markanter ist jedoch das große Engagement vieler Wurzener Bürgerinnen und Bürger. So habe ich in den vergangenen Jahren ganz viele aus Wurzen kennen gelernt, die sich für Ihre Stadt engagieren. Ich habe eine Stadtverwaltung erlebt, welche gemeinsam mit den Umlandkommunen die Themen anpackt, welche für die Entwicklung in Wurzener Land wichtig sind. Ich habe aktive Vereinsmitglieder erlebt, sei es beim Fußball, wie beim Volleyball. Ich habe unheimlich engagierte und regional verantwortungsbewusste Unternehmen kenngelernt, welche maßgeblich dazu beigetragen haben, dass die Region Wurzen die niedrigste Arbeitslosenzahl und eine der besten wirtschaftlichen Entwicklungen im Landkreis Leipzig und weit darüber hinaus genommen hat. Ich habe viele Menschen aus Wurzen kennengelernt, welche "Ihrem" Olympiasieger auf dem Markt zugejubelt haben. Das sind die Bilder und die Eindrücke, welche ich mit Wurzen in Verbindung bringe. Und darauf können die Wurzener Bürger auch unheimlich stolz sein.

Bei den Vorfällen, welche wir vergangene Woche erleben mussten, müssen wir feststellen, dass das Verhalten von beiden Seiten unakzeptabl ist. Wir müssen als Gesellschaft und als politisch Verantwortliche genau hinschauen, was wir im tägliche Zusammenleben verbessern können. Wir haben als Landkreis ein Netzwerk für die Integration mit aufgebaut. Darüber werden wir die Stadt Wurzen auch weiterhin unterstützen. Konkret haben wir im Fall zu den Flüchtlingen Kontakt aufgenommen, auch wenn die jungen Männer durch ihren Status keine Asylbewerber mehr sind.

Integration heißt auch die Spielregeln der Gesellschaft in der ich leben möchte, zu akzeptieren. Und genau so klar ist auch, das gilt für jeden!"


Asylbewerberinnen und Asylberwerber im Landkreis Leipzig: Mit Stand 31.05.2017 lebten 2003 Asylbewerberinnen und Asylbewerber im Landkreis Leipzig. Darunter leben 1.136 Menschen in eigenen Wohnungen. In Wurzen sind 224 Asylsuchende untergebracht, davon 183 in Wohnungen. In den letzten Monaten erhielten monatlich im Schnitt knapp 50 Personen eine Aufenthaltserlaubnis und verlassen damit den Status als Asylbewerber.

 

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Brigitte Laux.