Viele am Naturschutz interessierte Menschen fragen sich, was gegenwärtig im Naturschutzgebiet "Eschefelder Teiche" los ist. Im Folgenden dazu einige Erläuterungen und Klarstellungen:

Die Eschefelder Teiche sind vor mehr als 500 Jahren von Mönchen zur Erzeugung von Speisefischen angelegt worden. Die Teiche haben ein Einzugsgebiet von rund 8 km². Da die Teiche keinen natürlichen Zufluss haben, handelt es sich um Himmelsteiche. Solche Teiche verlanden innerhalb kürzester Zeit, wenn sie nicht ständig fischereilich genutzt und in diesem Zusammenhang durch Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen an den Teichanlagen selbst, erhalten werden.

In den 30-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts baute man eine Wasserleitung von der Wyhra, um die Teiche in trockenen Zeiten mit Wyhrawasser befüllen zu können. Im Zuge der Sanierung des Frohburger Schlosswehres sind das Pumpenhaus und die Pumpe zurück gebaut worden, die Leitung selbst  ist aufgrund ihres Alters nicht mehr funktionsfähig. Die Überleitung von Wasser aus der Wyhra in die Eschefelder Teiche ist derzeit nicht mehr möglich.

In den vergangenen Jahren kam es aufgrund von geringen Niederschlagsmengen zum Teil zu erheblichen Wassermangel in den Teichen. Verstärkt wurde dies durch defekte Ablaufbauwerke (Mönche) und die fehlende Möglichkeit, Wasser aus der Wyhra überleiten zu können. Dies führte dazu, dass in diesem Jahr 80 % und im vergangenem Jahr 60 % der Teichfläche nicht fischereilich genutzt werden konnte. Folge davon ist ein starker Gehölz- und Krautaufwuchs in den trocken liegenden oder nur leicht aufgestauten Teichen. Die Teiche wachsen ohne Wasser einfach zu und verlanden. Deshalb ist eine fischereiliche Nutzung unter Beachtung der Belange des Naturschutzes unbedingt erforderlich. Um eine weitere Verschlechterung des Zustands der Teiche zu verhindern, sollen in den kommenden Herbst- und Wintermonaten umfassende Baumaßnahmen durchgeführt werden. Aus diesem Grund werden die unterhalb des Großteiches liegenden Teiche im Herbst nicht mit Wasser bespannt.

Der Freistaat Sachsen als Eigentümer der Teiche wird die zum Aufstau der Teiche erforderlichen gegenwärtig defekten und sanierungsbedürftigen Mönche erneuern. Dies betrifft die Mönche im Vorwärmer-, Streck-, Neu- und Altteich. Außerdem sind Maßnahmen an den Überlaufbauwerken am Groß- und Straßenteich geplant. Der bereits trocken liegende Ziegelteich soll im Zuge einer  Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme im Zusammenhang mit einer Straßenbaumaßnahme im kommenden Winter entschlammt werden.

Aus Sicht des Landratsamtes wird diese wertvolle Teichlandschaft in der jetzigen Ausprägung nur zu erhalten sein, wenn bei Wassermangel die Möglichkeit besteht, Wasser aus der Wyhra in das Teichgebiet zu pumpen. Nach Entschlammung und weiteren Instandsetzungsmaßnahmen der baulichen Anlagen wären die Teiche sowohl für den Fischereibetrieb als auch für die Vogelwelt wieder voll nutzbar. Um eine komplexe Lösung aller im Eschefelder Teichgebiet derzeit und zukünftig anstehenden Probleme herbeizuführen, wollen der Landkreis Leipzig und der Freistaat Sachsen das Eigentum an dem Teichgebiet und die naturschutzfachliche Verantwortung zusammenführen und verhandeln daher über die Übertragung des Eigentums vom Freistaat Sachsen an den Landkreis Leipzig. Der Landkreis Leipzig und der Freistaat Sachsen sind zuversichtlich, dass die Verhandlungen bis Jahresende abgeschlossen werden und dann eine nachhaltige Verbesserung der Situation im Eschefelder Teichgebiet eintreten wird.

Dr. L. Bergmann

Amtsleiter

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Konstanze Morgenroth.