-           Flüchtlingsfrauen brauchen besondere Unterstützung!

-           Freigewordene Bundesmittel für Kitaausbau!

-           Bessere Rahmenbedingungen für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte!

Diesen Forderungen  schließt sich die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Leipzig, Konstanze Morgenroth, nach der Teilnahme an der 23. Bundeskonferenz der kommunalen Gleichstellungs- und Frauenbeauftragten Deutschlands in Rostock an.

Gleichstellungspolitik und Flüchtlingsfrauen

Frauen und Mädchen fliehen u. a., weil sie in vielen Ländern als Teil der Kriegsführung vergewaltigt werden. Auch auf der Flucht werden sie häufig  Opfer sexueller Gewalt. Sie brauchen in Deutschland besondere Hilfesysteme,  um die erlebten Traumata zu bewältigen. Sie brauchen Schutz vor Gewalt und vor sexuellen Übergriffen in Gemeinschaftsunterkünften und sie brauchen Bildungsangebote, die u.a. berücksichtigen, dass viele von ihnen nicht lesen und schreiben können. Und sie brauchen niedrigschwellige Angebote zur Gesundheitsversorgung.

Dazu sagte Bundesministerin Manuela Schwesig vor den mehr als 350 Gleichstellungsbeauftragten: "Aktuell ist die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen eine der größten Herausforderungen vor Ort. Besonders die Frauen und Kinder, die bei uns ankommen und Schutz suchen, sind durch Krieg und Gewalt schwer traumatisiert. Ich begrüße es sehr, dass Sie sich vor Ort dafür stark machen, dass auf die Bedürfnisse dieser Frauen so gut es geht Rücksicht genommen wird. Dazu gehört eine angemessene Unterbringung ebenso wie der Zugang zu speziellen Beratungsangeboten. Dies ist nur ein Beispiel, wie sehr Ihre Arbeit gebraucht wird. Sie unterstützen, wo Frauen ganz konkrete Hilfe suchen."

Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Leipzig nimmt dies auf und fordert: "Wir brauchen qualifiziertes Personal und Bundesmittel speziell für die Unterstützung von geflüchteten Frauen und Mädchen."

Gleichstellungspolitik und Kitaausbau

Die freiwerdenden Mittel aus dem Betreuungsgeld müssen in den Ausbau und die Qualitätsverbesserung der Kindertagesstätten fließen. Fehlende Kinderbetreuung führt dazu, dass vor allem Mütter beruflich zurückstecken. Die Folgen: Fachkräftemangel, schlecht bezahlte Minijobs, niedrige Renten, Altersarmut. Das kann nur durch mehr Kitaplätze und eine gerechtere Arbeitsteilung zwischen Männer und Frauen verhindert werden. Auch aktuelle Studien belegen, dass immer mehr Väter mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen möchten, so die Gleichstellungsbeauftragte, Konstanze Morgenroth.

Unterstützung für diese Forderung kommt auch von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig: "Es gibt mittlerweile viele Männer die als Väter sagen: Auch ich will Zeit mit meiner Familie verbringen, ich will nicht nur zum Gutenachtkuss zuhause sein. Ich möchte auch in Teilzeit gehen, Elternzeit nehmen.  Oft werden Männer dafür noch schräg angeschaut. Deswegen sollten wir diese modernen Väter unterstützen. Wenn die Zeit für Familienaufgaben fairer verteilt ist, dann wird auch endlich die Arbeitszeit fairer verteilt. Dann kommen die Frauen aus der Mini-Teilzeitfalle und haben berufliche Perspektiven und bessere Einkommenschancen."

Gleichstellungspolitik als Chance in Sachsen

Bis jetzt ist es noch nicht geschafft, Artikel 3, Absatz 2 des Grundgesetzes einzulösen "Männer und Frauen sind gleichberechtigt." Denn Frauen verdienen immer noch weniger als Männer. Frauen fehlen in Führungsetagen, im Kreistag und auf den Bürgermeistersesseln. Mütter haben schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als Väter und 39 % der Alleinerziehenden und ihre Kinder sind von Armut bedroht. 

Die sächsische Landespolitik hat die Chance mit der Novellierung des Sächsischen Frauenfördergesetzes endlich für mehr Geschlechtergerechtigkeit und eine gute Zukunft von Frauen und Männern zu sorgen. "Ich wünsche mir, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Ausstattung in den sächsischen Kommunen und Kreisen für die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten verbessert werden!" betont Konstanze Morgenroth.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Konstanze Morgenroth.