Der Geopark Porphyrland. Steinreich in Sachsen trägt seit dieser Woche ein besonderes Gütesiegel. Er ist der 15. Nationale GeoPark in Deutschland. Mit dem Gütesiegel sind strenge Maßstäbe zur Sicherung der nachhaltigen Entwicklung des Geoparks Porphyrland verbunden, die alle fünf Jahre kontrolliert werden. Die Zertifizierung als Nationaler GeoPark wird von einem Expertenteam der GeoUnion /Alfred-Wegener-Stiftung vorgenommen. Die Richtlinien zur Annahme der Bewerbung erarbeitete der Bund-Länder-Ausschuss Bodenforschung.

Zur Geopark-Region zwischen den Hohburger Bergen, dem Collm bei Oschatz, dem Rochlitzer Berg und den Naunhofer Seen haben sich bisher 13 Kommunen zusammengeschlossen. Träger ist der einstige Verein Naturpark Muldenland e.V., der sich in Geopark Porphyrland. Steinreich in Sachsen umbenannte. Der Geopark Porphyrland überzeugte mit einem klaren geologischen Alleinstellungsmerkmal gegenüber den anderen deutschen Geoparks. Er umfasst eines der größten permischen Vulkanitgebiete Europas und setzt die im Verlauf der Erdgeschichte entstandenen Rohstoffe, allen voran den Porphyr und das daraus entstandene Kaolin, in ihrer wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung für den Besucher spannend in Szene.

Bereits im Mai wurden die die Bewerbungsunterlagen eingereicht und geprüft. Auf ihrer Grundlage erfolgte am 9. und 10. Oktober eine Befahrung durch das Expertenteam Nationale GeoParks der Geo-Union. Die Kommission unter Leitung von Dr. Ulrike Mattig vom Hessischen Wissenschaftsministerium besuchte die Nationalen Geotope Rochlitzer Berg und Wind- und Gletscherschiffe Kleiner Berg Hohburg. Sie prüften die bereits bestehenden Besucherzentren des Geoparks Porphyrland, die Geoportale im Herrenhaus Röcknitz, im Museum Steinarbeiterhaus Hohburg und die neu geschaffenen in der Schaddelmühle Grimma und auf dem Rochlitzer Berg. Die Kommission verkostete regionale Produkte, die der Geopark Porphyrland als regional bedeutsam in ihrer touristischen Vermarktung unterstützen wird. Dazu gehören die reiche und differenzierte Obstproduktion, die Binnenfischerei und das heimische Wild. Ebenfalls vorgestellt wurde das Konzept für das geplante Geoportal zum Thema Kaolin im einst größten europäischen Schmalspurbahnhof Mügeln.

Am 4. November fand die Abschlusspräsentation vor dem Expertenteam in Korbach im Geopark Grenzwelten statt. Dabei wurden besonders Leitbild, Organisationsform, Finanzierungskonzept und touristische Vernetzung bewertet, die ein nachhaltiges Management und eine stetige Qualitätssicherung im Geopark sicherstellen müssen. Besonders hervorgehoben wurde, dass sich der Geopark Porphyrland kontinuierlich von unten durch das Drängen der Akteure und Kommunen entwickelte und von einem breiten Netzwerk getragen wird. Die in Anspruch genommene Förderung, insbesondere durch LEADER, wurde in ihrer nachhaltigen Wirkung gewürdigt. Der Geopark Porphyrland ist Partner in einer transnationalen LEADER-Kooperation mit Regionen in Österreich und Thüringen, die ebenfalls Geoparks entwickeln. Das siebenköpfige Expertenteam entschied sich einmütig, dem Porphyrland das Gütesiegel Nationaler GeoPark zuzusprechen und hieß den neuen Geopark unter der nationale Dachmarke willkommen.

Weitere Informationen: www.nationaler-geopark.de www.geopark-porphyrland.de

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Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Brigitte Laux.