Kompetenzentwicklung, Mitarbeiterbindung sowie eine zielgerichtete und nachhaltige Personalpolitik sind nicht nur Themen für Großunternehmen. Immer mehr kleine und mittelständische Betriebe im Landkreis Leipzig forcieren ihre Personalentwicklung. Allerdings sind es vor allem Männer, die in der internen Weiterbildung berücksichtigt werden. Frauen sind in diesem Bereich unterrepräsentiert. Die Gründe hierfür sind vielfältig und oftmals auf die gesellschaftlich geprägte Rolle von Frauen zurückzuführen. Viele weibliche Mitarbeiterinnen arbeiten nur in Teilzeit oder auf der Basis eines sogenannten Minijobs, sind alleinerziehend oder pflegen ein Familienmitglied. Oftmals ist diese Personengruppe als an- und ungelernte Kraft in einem Unternehmen tätig. Das bedeutet, dass sie keinen oder über einen nicht ihrem Tätigkeitsfeld entsprechenden Berufsabschluss (sog. Quereinsteigerinnen) haben. Diese Frauen sind zudem eine besonders gefährdete Zielgruppe, da sie relativ schnell durch andere Arbeitskräfte ersetzt werden können und daher häufig als erste von betriebsbedingten Entlassungen betroffen sind.

Um Arbeitnehmerinnen in den genannten Positionen gezielt unterstützen zu können, müssen speziell auf diese Zielgruppe zugeschnittene (Weiter-)Bildungsprogramme initiiert werden. Mit dem Ziel an- und ungelernte Frauen als Potenzialträger innerhalb des Unternehmens zu erkennen, Perspektiven zu eröffnen sowie vorhandene Stärken und Fähigkeiten zu entwickeln, hat die gemeinnützige Gesellschaft des Bildungswerks der Sächsischen Wirtschaft (bsw gGmbH) in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut der betrieblichen Bildung (f-bb gGmbH), das Projekt "Personalentwicklung an- und ungelernter Frauen" für die Region Sachsen entwickelt. Innerhalb diesem werden Führungskräfte und Personalverantwortliche für das Thema nachhaltige und gleichstellungsorientierte Personalentwicklung durch praxisnahe Workshops sensibilisiert und entsprechend geschult. Die teilnehmenden Frauen werden schwerpunktmäßig im überfachlichen Bereich (Kommunikation, Zeitmanagement, Lernen lernen, Selbstvertrauen schaffen, Teamarbeit) weitergebildet. Das Besondere an dem Konzept dieser Qualifizierung im Rahmen des von der Bundesinitiative "Gleichstellen von Frauen in der Wirtschaft" geförderten Projektes ist es, dass es von Anfang an eine Win-Win-Situation für Arbeitnehmerinnen und Unternehmen schafft. Die überfachliche Qualifizierung gewährleistet, dass sich diese punktgenau am aktuellen Bedarf des regionalen Unternehmens ausrichten kann. Sie erfolgt in enger Kooperation zwischen Betrieb und dem Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft. Ein Baustein des Projektes ist außerdem, das theoretisch Erlernte unmittelbar in der Arbeit umzusetzen. Ziel des Projektes ist ein individuelles, nachhaltiges und gleichstellungsorientiertes Personalentwicklungskonzept im Unternehmen zu implementieren, an welchem sich zukünftige Personalentscheidungen und -entwicklungen orientieren können. Denn Unternehmen im Landkreis Leipzig haben erkannt, dass im Wettbewerb um die "besten Köpfe" moderne Konzepte unabdingbar sind.

Das Projekt wird gefördert im Rahmen der Bundesinitiative "Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft" (www.bundesinitiative-gleichstellen.de) Das Programm wird finanziert aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie des Europäischen Sozialfonds (ESF) und endet zum 31.12.2014.

Interessierte Unternehmen oder Frauen erhalten detaillierte Informationen zum Projekt bei der Projektleiterin Lydia Plänitz unter der Rufnummer 0371 5333557 oder unter www.bsw-pas.de