Trotz der extremen Hochwassersituation ist es nicht zu gravierenden Belastungen mit Schadstoffen gekommen. Dies ist das Ergebnis bisheriger Untersuchungen im Auftrag des Freistaates. Für den Umgang mit Sedimenten/Schlämmen und Überschwemmungswasser gibt es jedoch Einiges zu wissen und zu beachten.

Die Böden der Muldenauen sind geogen bedingt mit Schwermetallen und Arsen belastet. Die Ursachen hierfür liegen u.a. im historischen Bergbau und in der Erzverhüttung im Erzgebirge. Mit dem Hochwasser wurden Sedimente vom Flussbett und Böden der Muldenaue abgetra-gen, mit dem Hochwasser transportiert und überall im Überschwemmungsgebiet mit unter-schiedlicher Stärke wieder abgesetzt. Die feinen Bestandteile dieser Sedimente und Böden setzen sich u.a. auch intensiv auf Pflanzen und anderen porigen Materialien fest und sind kaum bzw. schwer zu entfernen.

Des Weiteren wurden in allen Überschwemmungsgebieten auch Kläranlagen außer Betrieb gesetzt, so dass mit dem Hochwasser auch eine bakteriologische Belastung ausgetragen wurde. Aus o.g. Gründen ist Folgendes zu empfehlen:

Der Schlamm sollte aus Kellern, Wohn- und Arbeitsräumen vollständig entfernt werden. Kinderspielplätze, sowie Flächen in Grundschulen und Kindereinrichtungen, auf denen Fluss-sedimente abgelagert wurden, sollen sorgfältig vom Schlamm gereinigt werden. Vorsorglich wird den Einrichtungen und Betreibern sowie Privathaushalten von hochwassergeschädigten Sandspielplätzen empfohlen, den Spielsand auszutauschen. Spielzeug und -geräte sind zu reinigen. Von sonstigen Flächen mit sensibler Nutzung wie Freizeitflächen und Hausgärten sollen stärkere Schlammschichten abgetragen und entsorgt werden. Dünne Schlammschichten in Nutzgärten können umgegraben werden Weiterhin gelten die bekannten Hinweise, Obst und Gemüse, welches mit dem Hochwasser in Berührung kam, auf keinen Fall zu verzehren, sondern über Kompostieren oder Umgraben zu entsorgen. Außerdem sollte daran gedacht werden, dass Wasser aus Teichen und Bächen nach einer Überschwemmung für die Bewässerung von Gemüse, Feldfrüchten, Obst u.ä. nicht uneingeschränkt geeignet ist

Für direkt überflutete gärtnerische Kulturen gilt das für Hausgärten gesagte in gleicher Weise. Für landwirtschaftliche Flächen ist die Lebensmittel- oder Futtereignung ggf. im Einzelfall zu überprüfen. Betroffene Gärtnereien oder Landwirtschaftsbetriebe sollen unbedingt im Rahmen ihrer Eigenkontrolle prüfen, ob die überfluteten Böden die Nutzung der Pflanzen bzw. Lebensmittel auch zukünftig gefährden können. Des Weiteren sollte bei den jetzt noch notwendigen Aufräumarbeiten im Überschwemmungsgebiet das Folgende beachtet werden:
  • Umgehende Entsorgung von durchfeuchteten, kontaminierten Lebensmitteln.
  • Für alle Reinigungsarbeiten Wasser aus dem zentralen Trinkwassernetz verwenden.
  • Strikte Einhaltung der allgemein empfohlenen hygienischen Maßnahmen, wie gründliches Händewaschen, besonders nach Aufräumarbeiten und vor der Zubereitung und dem Verzehr von Lebensmitteln.
  • Kein Verzehr von Lebensmitteln während der Aufräumarbeiten vor Ort.
  • Den Kontakt mit zurückgebliebenen Sedimenten und Überschwemmungswasser durch das Tragen von Gummistiefeln, wasserdichten Handschuhen und wasserabweisender Kleidung vermeiden.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Brigitte Laux.