Für alle Urlauber und Erholungssuchende, die mit Muskelkraft auf zwei Rädern die Schönheiten von Natur und Landschaft erkunden wollen, ist heute ein wichtiger Tag: Mit der Einweihung der Neubeschilderung des Mulderadwegs ist eine große Lücke geschlossen worden in den Bemühungen, die touristische Attraktivität zu steigern und noch mehr Besucher in die Region zu locken, damit sie sich davon überzeugen können, wie beeindruckend schön es im Sächsischen Burgen- und Heideland ist. Bei mehr als 1000 neuen Wegweisern auf einer rund 300 Kilometer langen Strecke entlang der Zwickauer und der Freiberger Mulde (insgesamt ist der "Mulderadweg" vom Erzgebirge bis nach Dessau entlang der vereinigten Mulde fast 400 Kilometer lang) können sich die Pedalritter jetzt darauf verlassen, ganz entspannt und sicher immer die richtige Route zu finden, um sich voll und ganz auf die reizvollen Stationen dieser einzigartigen Verbindung von Natur, Kultur und Geschichte konzentrieren zu können.

Die Neubeschilderung gewinnt noch mehr an Gewicht auf dem Weg zu mehr Qualität für Touristen und Urlauber, wenn man sich die landesweite Bedeutung vor Augen hält: Der Mulderadweg ist einer von zehn Radfernwegen, die vom Freistaat Sachsen im Jahr 2005 in einer Radverkehrskonzeption definiert, festgelegt und mit konkreten vereinheitlichen Richtlinien bedacht worden sind. Mit dem heutigen Tag erfolgt die Umsetzung dieses ehrgeizigen Zieles, dem Radtourismus in der Region wichtige Impulse zu geben und seine Anziehungskraft entscheidend zu stärken. Für die Landkreise Zwickau, Mittelsachsen, Nordsachsen und Leipzig, durch die der "Mulderadweg" führt, bedeutet dies eine enorme Aufwertung ihrer Attraktivität für Radurlauber von nah und fern.

Dass dies ein ebenso sinnvoller wie viel versprechender Schritt in die Zukunft ist, beweist unter anderem auch die Statistik: Laut der Studie "Radreisen der Deutschen" beläuft sich die Gesamtzahl der Radurlauber in unserem Land auf fast 13 Millionen Personen, von denen beispielsweise in einem Jahr mit fast fünf Millionen Menschen rund 38 Prozent einen Radurlaub mit mindestens einer Übernachtung unternommen haben. Allein im vergangenen Jahr fuhren 84,4 Prozent der deutschen Radurlauber auf deutschen Routen, während bei Urlaubern aus dem Ausland das Radfahren bei den sportlichen Aktivitäten mit fast 20 Prozent an der Spitze liegt. Diesen repräsentativen Forschungsergebnissen zufolge ist der volkswirtschaftliche Effekt enorm, denn knapp 13 Milliarden Euro geben deutsche Radurlauber und Ausflügler jährlich aus.

Zur Chronologie der neuen Beschilderung: Der damals noch so genannte Muldental-Radwanderweg galt 2007 unter den Fachleuten als die einzige nennenswerte touristische Radroute im westlichen Teil von Sachsen, aber er erfüllte bei weitem nicht die an einen Radfernweg gestellten Anforderungen. Das Konzept der Beschilderung stammte aus dem Jahr 1992 und wurde in den Folgejahren umgesetzt, wobei sich auf einen nur machbaren Verlauf konzentriert wurde, also auf bereits vorhandene und öffentlich zugängliche Wege. Bereits 2006 hatten sich die anliegenden Landkreise und kreisfreien Städte zu einer Kooperation entschlossen, um die Entwicklung und Stärkung des Fahrradtourismus voranzutreiben. Maßstab waren die einheitlichen Standards bei der Qualität und dort vor allem bei der Wegweisung.

Deshalb hat der Tourismusverband "Sächsisches Burgen- und Heideland" e.V. in dem Jahr 2007 beschlossen, den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) mit einer Schwachstellenanalyse zu beauftragen. Untersucht werden sollten die Strecken entlang der Freiberger und der Zwickauer Mulde. Im Mai 2008 lag das Ergebnis vor und wurde allen Beteiligten vorgestellt. In einer Zusammenfassung kam der ADFC zu dem Resultat, dass es noch viele, meistens jedoch eher kleinere Schwachstellen gibt, vor allem bei der normgerechten Zielwegweisung, bei sandgeschlämmten Oberflächen mit Wartungs- und Asphaltierungsbedarf, bei der Führung auf verkehrsreichen Straßen und bei den Abschnitten an Steigungen. Die Routenoptimierung, die Verbesserung der Wegebeschaffenheit und vor allem eine einheitliche Wegweisung wurden daraufhin auf die Agenda gesetzt.

Der ADFC wagte damals auch einen Ausblick und ging davon aus, dass in vielen Abschnitten bereits gute Voraussetzungen für den Fahrradtourismus gegeben waren. Die unterschiedlichen Gegebenheiten des Reliefs würden außerdem auch verschiedene Vermarktungsstrategien ermöglichen, meinten die Experten weiter und wurden auch konkret: Die Freiberger und die vereinigte Mulde würden sich auf der einen Seite als erholsamer Flussradweg anbieten, während auf der anderen Seite die Zwickauer Mulde mit teilweise erheblichen Steigungen als sportlicher Radweg beworben werden könnte.

Unter der Federführung des Landkreises Leipzig wurde dann im Jahr 2008 zusammen mit den drei anderen Landkreisen ein Fördermittelantrag für das Wegweisungskonzept beantragt. Dieses Konzept für den gesamten sächsischen Verlauf des Mulderadwegs lag dann Anfang 2010 vor. Die Gesamtkosten dafür beliefen sich auf rund 25.000 Euro und wurden zu 90 Prozent durch den Freistaat Sachsen aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur gefördert. In dem Konzept heißt es unter anderem, dass bereits zu dieser Zeit einige Teilabschnitte des Mulderadwegs als sächsische Radfernwege definiert seien und sich gerade wegen ihrer weitgehend flussnahen Trassierung hervorragend für Radwanderer eignen. Ziel sei es, den Mulderadweg qualitativ hochwertig zu entwickeln und insbesondere im Wegebau, bei der Wegweisung sowie im Marketing eine herausragende Qualität zu gewährleisten. In Sachsen waren damals bereits Radrouten entsprechend der neuen Richtlinie zur Fahrradwegweisung im Freistaat konzipiert und ausgeschildert worden; außer dem Teilabschnitt des Mulderadwegs im Bereich Döbeln waren dies Teilabschnitte des Elbe-Radwegs, der Oder-Neiße-Radweg und die Neuseenland-Radroute. Vor diesem Hintergrund erschien eine Angleichung der Beschilderungssystematik für den Mulderadweg als sinnvoll.

Die Umsetzung des Konzepts für den Mulderadweg wurde dann dank einer erneuten neunzigprozentigen Förderung durch den Freistaat Sachsen ab 2010 begonnen. Dies geschah in Abstimmung mit dem Tourismusverband "Sächsisches Burgen- und Heideland" e.V. in allen vier beteiligten Landkreisen. Mit der Einweihung der Neubeschilderung ist dieser Prozess heute abgeschlossen. Die Landkreise hatten zuvor in Eigenregie für die jeweiligen Kommunen die Beantragung der Fördermittel und die Vergabe der Realisierung übernommen. Alle Kommunen entlang des Mulderadwegs in den Landkreisen Nordsachsen, Mittelsachsen und Leipzig haben auf der Grundlage einer Rahmen- und Finanzierungsvereinbarung das Projekt mit getragen und Eigenanteile eingebracht. Die Kosten für die Wegweisung einschließlich der Informationstafeln belaufen sich auf insgesamt rund 181.000 Euro. Diese Information ist sicher sehr interessant: Insgesamt sind 431 Hauptwegweiser mit Pfeil- und Tabellenregister sowie 672 Zwischenwegweiser und 33 Ortseingangstafeln aufgestellt worden.

Der Mulderadweg führt durch eine abwechslungsreiche und weitgehend von natürlichen Umgebungen geprägte Landschaft im Tal der Burgen und Schlösser. Seine Wegeführung verläuft nicht durchgängig an den Flussläufen entlang, sondern auch durch hüglige Landschaften. Dabei wechseln sich Wald- und Feldwege mit asphaltierten Abschnitten aber auch teilweise verkehrsreichen Straßen ab. Entsprechend der Topografie ist von längeren Talfahrten bis zu anspruchsvollen Bergfahrten für alle Freunde des Radfahrens etwas dabei.

Sehenswürdigkeiten, die zu einem Stopp entlang der Strecke einladen, gibt es reichlich; Beispiele sind unter anderem die Kamelie in Roßwein, die spätgotische Kirche St. Nicolai mit Hochaltar und Mirakelmann in Döbeln, das Zisterzienserkloster in Kloster Buch, die Burg Mildenstein, die Burg Stein in Hartenstein, die spätgotische Stadtkirche in Penig, das Schloss Rochsburg in Lunzenau, die Basilika Wechselburg sowie das Schloss Rochlitz.

Pünktlich zur Freigabe des neu ausgeschilderten Mulderadwegs im Bereich des Tourismusverbandes "Sächsisches Burgen- und Heideland" e.V. hat der Verlag Dr. Barthel zwei neue Radwanderkarten herausgegeben. In der reiß- und wetterfesten Ausführung mit Zickzack-Faltung stellen sie die Zwickauer und die Freiberger Mulde von der Quelle bis zur Mündung im Maßstab 1:50.000 dar. Neben dem deutlich hervorgehobenen Mulderadweg sind darin sowohl die Anschlussrouten als auch die Wanderwege zu finden; die Radrouten sind außerdem mit Entfernungsangaben versehen. Der Text-Bild-Teil informiert darüber hinaus über Sehenswürdigkeiten und interessante Fakten der Region. Die Karten kosten 7,90 Euro und sind unter anderem im sortierten Buch- sowie im Fachhandel erhältlich. Der Verlag Dr. Barthel hat es sich nicht nehmen lassen, das anspruchsvolle Projekt zur Förderung des Tourismus in der Region zu sponsern und deshalb die Kosten für die Karten auf den Informationstafeln entlang des Mulderadwegs übernommen.

Um den Mulderadweg ganz entspannt auf dem Drahtesel genießen zu können, empfiehlt sich das Pauschalangebot "Radwandern ohne Gepäck". Damit ist es den Radlern möglich, ohne lästiges Gepäck die Schönheiten der Region kennenzulernen und Abstecher zu den Sehenswürdigkeiten zu unternehmen. Der Mulderadweg ist außerdem auch Anbindungspunkt zu anderen Radrouten. So sind nahtlose Übergänge beispielsweise auf den Zschopautalradweg, den Elbe-Mulde-Radweg, den Radweg Berlin-Leipzig und die Leipzig-Elbe-Radroute möglich.

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