Abfall ist ein Thema, das jeden Einwohner im Landkreis bewegt. Die vielen Veränderungen in den letzten Jahren waren notwendig, um die verschiedenen Entsorgungssysteme im neuen Landkreis Leipzig erfolgreich zu vereinheitlichen. Dies geschah z.B. indem
  • die KELL GmbH jetzt den Restabfall im gesamten Kreisgebiet entsorgt
  • ganzjährig gegen Gebühr Grünabfälle in haushaltsüblichen Mengen an den Sammelstellen angeliefert werden kann und das Holsystem für Grünabfälle der Garten- bzw. Siedlervereine gegen eine Transportpauschale auf das ganze Kreisgebiet ausgedehnt wurde
  • das Schadstoffholsystem auf den gesamten Landkreis ausgeweitet wurde mit der Möglichkeit Schadstoff auch an vier große Sammelstellen zu bringen,
  • Elektro- und Elektronikgeräte an allen Sammelstellen gebührenfrei angenommen werden,
  • ein einheitliches System von Sammelstellen entsprechend dem Stand der Technik und den aktuellen rechtlichen Anforderungen eingerichtet wurde.
Als nächsten zukunftsweisenden Schritt war ein Konzept zu erstellen, in dem die Ziele Abfallvermeidung und -verwertung, die Maßnahmen der Abfallverminderung sowie der Abfallverwertung und -beseitigung im Landkreis geprüft und mit Verbesserungsmöglichkeiten dargestellt werden.


Konzept bescheinigt guten Stand Bei allen Fragen und Kritik, die manche Änderungen hervorriefen, bescheinigt das Abfallwirtschaftskonzept einen guten derzeitigen Stand. Die Auswertung der Restabfälle im Jahr 2011 ergab, dass das Hausmüllaufkommen aus privaten Haushalten im Landkreis Leipzig ca. 100 kg/Einwohner/Jahr beträgt. Dieses Resultat ist im Vergleich mit den meisten öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern sehr niedrig und ausgesprochen positiv zu werten.

Es zeigte sich auch, dass durch die getrennten Sammelsysteme kaum Wertstoffe wie Leichtverpackungen, Papier/Pappe/Kartonagen, Glas im Hausmüll zu finden sind. Nur in den Großwohnanlagen mit gemeinschaftlich genutzten Containern konnte ein schlechteres Sortierverhalten festgestellt werden. Auch die Menge an Schadstoffen im Restmüll ist sehr gering und kann als hervorragend betrachtet werden. Lediglich das Aufkommen von Garten- und Küchenabfällen fällt zu hoch aus. Dies kann darin begründet sein, dass es im Landkreis Leipzig für Garten- und Küchenabfälle keine gesonderten Abfallbehälter - vergleichbar einer sog. "Biotonne" - gibt.

Nach dem Gesetz muss der Landkreis die Abfallgebühren kostendeckend erheben. Im Vergleich zu vielen anderen sächsischen Entsorgungsgebieten, sind die Abfallgebühren eher niedrig einzuordnen.

Gebührenfähige Kosten und der jeweilige Betrag


  • Restabfallbeseitigung 4.652.362 Euro
  • Restabfallbehandlung, -transport und -behältermiete 2.295.144 Euro
  • Schadstoffe und Gartenabfälle (Sammlung/Transport/Entsorgung) 269.015 Euro
  • Sperrmüll (Sammlung/Transport/Verwertung) 1.905.603 Euro
  • Papier 1.206.202 Euro
  • Ausgleich Vorjahre 10.292 Euro
  • Sammelstellen/Annahme E-Altgeräte 430.855 Euro
  • Zentrale Kosten 2.392.569 Euro
  • Altdeponienachsorge 257.900 Euro
  • Summe 13.419.942 Euro
Auch der 14tägige Abfuhrrhythmus des Restabfalls, die ggf. davon abweichende Bedarfsabfuhr in Großwohnanlagen und auch die 4 jährlichen Mindestentleerungen wurden als sinnvoll bewertet und sollen weiterhin beibehalten werden. Insgesamt wurde auf Basis der aussagekräftigen Resultate der Restabfallanalyse dem Landkreis Leipzig eine in hohem Maße nachhaltige Abfallwirtschaft bescheinigt.
Hausaufgaben Mit dem Abfallwirtschaftskonzept hat die Abfallwirtschaft des Landkreises auch einige Hausaufgaben bekommen, die gilt es nun zu erledigen:
  • Die sehr aufwendige Abrechnung der Containergemeinschaften in Großwohnanlagen soll künftig entfallen.
  • Zur Bioabfallerfassung ab 2015 werden Handlungsalternativen geprüft und bewertet.
  • Die Vor- und Nachteile einer kreiseigenen Verwertung der Elektronikgeräte sollen geprüft werden.
  • Prüfung, ob eine weitere (siebte) "kleine" Sammelstelle erforderlich ist und der Zweckmäßigkeit der Öffnungszeiten.
  • Das neue System der Sammelstellen, Sperrmüll- und Grünabfallentsorgung sowie der Schadstoffannahme ist auf die Bedürfnisse der Nutzer, Erwartungen des Landkreises sowie auf Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit hin zu prüfen.
  • Die Eigenkompostierung organischer Abfallbestandteile und besseres Sortierverhalten bei Papier und Pappe, Glas sowie Leichtverpackungen in Großwohnanlagen mit gemeinschaftlich genutzten Restabfallcontainern soll über gezielte Öffentlichkeitsarbeit gefördert werden.
Transparenz - Abfallwirtschaftskonzept im Anhang bzw. im Amt einzusehen Das Abfallwirtschaftskonzept ist öffentlich, d.h. die Bürgerinnen und Bürger können Einblick in die Arbeit des Abfallwirtschaftsamtes nehmen. Gleichzeitig ist dieses Dokument auch eine Handlungsanweisung für die künftige Gestaltung der kommunalen Abfallwirtschaft im Landkreis Leipzig bis in das Jahr 2018. Das Abfallwirtschaftskonzept wurde durch ein Ingenieurbüro aus Erlenbach am Main erarbeitet und vom Kreistag am 16. Mai 2012 bestätigt. Der Gesetzgeber verpflichtet die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger ein Abfallwirtschaftskonzept zu erstellen und fortzuschreiben.


Das Abfallwirtschaftskonzept des Landkreises finden Sie im Anhang. Es kann gerne auch im Abfallwirtschaftsamt, Leipziger Straße 28, 04668 Grimma zu den bekannten Öffnungszeiten eingesehen werden.

Dokumente (Download)

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Brigitte Laux.