Als erstes stimmte die Chemie - eine Erfolgsgeschichte

Zwei Frauen einer Generation schreiben gemeinsam eine Erfolgsgeschichte:
Die eine hat gemeinsam mit ihrem Sohn eine Firma, die auch eine Biogasanlage betreibt. Sie zeichnet verantwortlich für alles, was im weitesten Sinne mit Bürotätigkeiten einschließlich der vorbereitenden Buchhaltung zu tun hat. Ob nun Auftragsabwicklung, Rechnungslegung, Personalangelegenheiten oder Telefondienst, für alles das hat sie den berühmten Hut auf. Dabei trägt sie sich schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken etwas kürzer zu treten, nur wie soll das gehen?

Die andere Frau hat ursprünglich mal Wirtschaftskauffrau gelernt und nach einer Anpassungsqualifikation an den bundesdeutschen Standard bis 2012 wiederholt in diesem Bereich in einer Baufirma und später in der ihres Mannes gearbeitet. Auch sie hat da das Büro vollumfänglich gemanagt, jedoch noch mit geringerer PC-Unterstützung. Gegen Ende 2012 kam für sie dann das Aus und sie sah sich vor die Frage gestellt, wie es mit 51 Jahren nunmehr für sie weitergehen soll.

Da kam die bundesweite Initiative „Mehrwert 50plus“, an der sich auch das Kommunale Jobcenter des Landkreises Leipzig beteiligte, gerade recht. Sie willigte ein, diese Sonderform der Betreuung für lebensältere Arbeitnehmer in Anspruch zu nehmen. Mit einer intensiveren und engmaschigeren Betreuung durch eignes dafür eingesetzte Fallmanager sowie speziell zugeschnittene Maßnahmen, die sich an den Bedürfnissen der Älteren orientieren, konnte hier effektivere Unterstützung gegeben werden. Im Zuge einer solchen Maßnahme wurden die Kompetenzen hinsichtlich berufsspezifischer Kenntnisse von Frau D. neu bewertet und mit ihr nach Lösungen zum Abbau vorhandener Defizite gesucht. Schnell wird klar, eine vollumfängliche Weiterbildung ist wenig sinnvoll und zielführend.

Im Rahmen eines modularen Coaching absolviert Frau D. ein Praktikum bei der bereits vorgestellten Arbeitgeberin Frau Neuber im Büro der Biogasanlage Trebelshain Neuber GbR. Beide Frauen kennen sich schon von einer Nebentätigkeit als Haushaltshilfe, die Frau D. bei ihr ausübt. Die Chemie zwischen beiden stimmt offensichtlich und so bietet sie ihr die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten im Büro unter Beweis zu stellen. Frau Neuber ist mit der Arbeitsweise und dem Herangehen der Arbeitnehmerin sehr zufrieden, muss jedoch bestätigen, dass spezifische Computerkenntnisse, die für ihre Tätigkeit sehr wichtig sind, fehlen. Soll daran nun doch wieder alles scheitern? Nein, denn gemeinsam mit der Arbeitgeberin und dem Jobcenter wird eine Lösung gefunden- Frau D. erhält eine Qualifizierung als Einzelmaßnahme, die konkret auf die Tätigkeit im Büro der Firma zugeschnitten ist. Dafür setzt sie sich 2 Tage in der Woche auf die Schulbank und die restlichen Tage der Woche wendet sie die neuen Kenntnisse im Rahmen eines Praxisteiles sofort im Unternehmen an. Treten Unklarheiten oder Fragen danach auf, dann nimmt sie diese zum Bildungsträger mit. So wird sie innerhalb von 2 Monaten fit gemacht für ihren neuen Job, den ihr die Arbeitgeberin schon vor der Weiterbildung zugesichert hat. Beide Frauen freuen sich darüber, dass auf diese Weise beiden geholfen werden konnte.

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